Schwerter Kronkorken-Projekt hilft dem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Unna

Spende

Die „Kronkorken-Teppiche“ rund um die Bänke im Stadtpark sind verschwunden. Dahinter steckt ein bemerkenswertes Engagement der Stadtpark-Szene.

Schwerte

, 18.10.2018, 13:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwerter Kronkorken-Projekt hilft dem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Unna

Michael, Ingo und Costa (v.l.) beteiligten sich an der Kronkorken-Aktion. Am Mittwoch konnten sie 30.000 Kronkorken an Ina Wunder übergeben, die das Projekt koordiniert. © Foto: Manuela Schwerte

Mit Schraubenziehern ausgerüstet, auf dem Boden im Stadtpark rumkriechen und festgetretene Kronkorken aus dem Boden picken und anschließend noch sauber machen – um die Arbeit, die Michael, Ingo, Costa und weitere Mitstreiter aus der Stadtparkszene in den vergangenen Wochen geleistet haben, beneidet sie wohl niemand. Der Lohn der Mühen: eine Spende für den guten Zweck – und ein gutes Gefühl.

Das konnte man aus den Gesichtern der drei Männer ablesen, die am Mittwochnachmittag die gesammelten Kronkorken – 30.000 Stück – an Ina Wunder übergeben haben. Über ihr „Kronkorken-Projekt“ kommt der Erlös aus dem Verkauf des Altmetalls dem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Unna zugute.

Sammeln auch im Alltag

Und die Spende, der etwa zehn Menschen der Stadtparkszene, die an acht Terminen jeweils über zwei Stunden lang gearbeitet haben, soll keine einmalige Aktion bleiben, so die drei Männer: „Wir passen jetzt im Alltag schon mehr darauf, weil wir wissen, dass man mit den Kronkorken etwas Anderes machen kann“, so Costa. „Die meisten sammeln wir jetzt direkt auf, bevor sie festgetreten werden“, ergänzte Michael. Und auch Streetworker Mario Clausen vom Verein für Soziale Integrationshilfen (VSI) bestätigt, dass viele Menschen der Stadtparkszene ihre Kronkorken in kleinen Tüten sammeln und bei ihm abgeben.

Bereits 2017 entstand die Idee, aus dem am Boden festgetretenen Müll, den man zumindest mitverursacht hat, noch etwas Gutes zu machen: „Die erste Idee war eigentlich, aus den Kronkorken etwas zu basteln, zum Beispiel Tischoberflächen damit zu bekleben und zu versiegeln. Bei der Recherche haben wir dann festgestellt: Die sind ja was wert“, erklärte Clausen.

So begann das Kronkorken-Projekt

Gemeinsam mit Jutta Pentling, ebenfalls vom VSI, schlug er der Szene das Projekt vor – und die sagte sofort zu. „Wir haben angekündigt, dass wir an bestimmten Terminen zum Sammeln hier sind und haben uns dann jeweils zwei bis zweieinhalb Stunden von Bank zu Bank vorgearbeitet“, so Pentling.Auch 2017 sammelte man so schon Kronkorken, in diesem Jahr war man aber noch konsequenter, dementsprechend kam die große Menge an Kronkorken zusammen.

„Es tut der Umwelt gut, und es tut den Kindern gut“, sagte Ina Wunder, die das Kronkorken-Projekt seit vier Jahren betreut. Sie bedankte sich bei den fleißigen Helfern und brachte die Kronkorken anschließend zum Baubetriebshof. Dort steht eine große Sammeltonne, die engagierte Mitarbeiter von dort nach Unna bringen.

Dort werden sie über den Schrottgroßhandel Döring verkauft – und der Erlös geht an den Kinder- und Jugendhospizdienst. Mittlerweile bekommt Wunder aus ganz Deutschland Kronkorken geschickt. Wichtig ist allerdings: „Die Kronkorken müssen sauber sein.“ 2017 kamen so 15,7 Tonnen Kronkorken zusammen. Der Erlös ist vom aktuellen Tagespreis für das Altmetall abhängig. 2017 spendete das „Kronkorken-Projekt“ 2800 Euro.

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