Schwerter BVB-Fan macht die Fußballsonderzüge jetzt zur Chefsache bei Kanzlerin Merkel

dzKampf um Fußball-Sonderzüge

Zu den Heimspielen des BVB fahren keine Sonderzüge mehr. Bei der Landesregierung stieß Heinz-Jürgen Guttschick beim Kampf um ihre Rückkehr auf taube Ohren. Nun fährt er großes Geschütz auf.

Schwerte

, 11.12.2019, 11:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jetzt muss es Bundeskanzlerin Angela Merkel richten. In seinem Kampf um die Rückkehr der Fußball-Sonderzüge zu den BVB-Heimspielen zieht der Schwerter Heinz-Jürgen Guttschick alle Register. Nachdem seine zweimalige schriftliche Bitte dem NRW-Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) bislang keine Antwort wert war, macht der 81-jährige Borussenfan seine Angelegenheit jetzt zur Chefsache in Berlin.

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„Was momentan hier in NRW abläuft, wird die Umfragewerte der CDU mit Sicherheit weiter in den Keller treiben und das haben Sie mit Ihrem Wirken ganz bestimmt nicht verdient“, hat Guttschick am Sonntag in einem Brief an die Kanzlerin geschrieben, in dem er das Verhalten ihres Parteikollegen Wüst geißelt: „Es ist schon mehr als dreist, die dringenden Anliegen von 80.000 Wählern einfach zu ignorieren.“ Diese Zahl an Fans fasst das Dortmunder Stadion, zu dem man mit einem gültigen BVB-Fußballticket eigentlich umsonst mit dem Nahverkehr an- und abreisen könnte.

Die verbliebenen fahrplanmäßigen Züge sind völlig überlastet

Doch diese Möglichkeit ist derzeit stark eingeschränkt, weil die verbliebenen regulären Züge bei den Spielen oft völlig überlastet sind. „Deshalb bitte ich Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen und über Herrn Laschet (NRW-Ministerpräsident, d. Red.), den ich auch am 25. November angeschrieben habe, den Verkehrsminister, Herrn Wüst, zur Vernunft zu bringen“, beendet der Schwerter seinen Brief an Angela Merkel.

Schwerter BVB-Fan macht die Fußballsonderzüge jetzt zur Chefsache bei Kanzlerin Merkel

Doppelter Ärger für BVB-Fans: Es gibt nicht nur keine Fußball-Sonderzüge mehr, auch der reguläre Zug zum Borussenstadion fiel am Samstagmittag um 14.20 Uhr ohne Angabe von Gründen aus. © Reinhard Schmitz

In einem weiteren Schreiben schildert Guttschick auch dem Pressesprecher der Grünen, Oliver Koch (Düsseldorf), seine Sorgen. Viele Fans würden wegen der fehlenden Zugkapazitäten mittlerweile mit dem Auto zum Stadion fahren. „Obwohl es sich hier um eine gravierende und eigentlich unnötige Umweltverschmutzung handelt, bekomme ich von Herrn Wüst keine Antwort“, beklagt sich der Schwerter. Auch sein Vorstoß bei der Umweltministerin sei bisher ergebnislos geblieben: „Mein Wunsch ist es, dass Ihre Fraktion dem arroganten Herrn Wüst im Landtag konkret die Frage stellt, warum er die Fußballfans des BV Borussia Dortmund in die Autos jagt, obwohl diese einen Anspruch auf Beförderung mit dem ÖPNV haben.“

Am Samstagmittag fiel auch noch eine reguläre Bahn aus

Guttschick selbst hatte die Anreise zum Stadion am Samstag wieder mit der Bahn versucht. Er kannte sich aus und wich auf den Umweg mit Umsteigen in Holzwickede aus, als zu allem Überfluss der Zug um 14.20 Uhr nach Dortmund aus unbekannten Gründen ausfiel. Doch gleich am Sonntag setzte er sich an seinen Rechner, um die beiden Briefe zu schreiben. Weitere an den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club und BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer sollen folgen: „Ich will einen größeren Kreis ziehen.“

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