Schwerte verliert schon die dritte Apotheke: Die Bahnhof Apotheke schließt nach 60 Jahren

dzApotheken in Schwerte

Die Apothekenlandschaft in Schwerte wird kleiner. Nach der Ruhr Apotheke und der Markt Apotheke kündigt jetzt ein ganz traditionsreicher Betrieb sein Ende an: Die Bahnhof Apotheke schließt.

Schwerte

, 19.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist das Ende einer Institution. Über 60 Jahre lang war die Bahnhof Apotheke für viele Schwerter eine erste Anlaufstelle, wenn sie ein Rezept einlösen oder frei verkäufliche Arzneien kaufen wollten. Doch im neuen Jahr werden sie sich in Sachen Gesundheitsversorgung neu orientieren müssen.

Inhaberin Karin-Barbara Schlüter schließt die traditionsreiche Apotheke an der Bahnhofstraße 28. Letzter Tag ist der Samstag, 28. Dezember.

Inhaberin möchte nach 30 anstrengenden Jahren kürzer treten

„Ich möchte mich kleiner setzen“, sagt Karin-Barbara Schlüter. Verständlich nach 30 anstrengenden Jahren, in denen sie den Betrieb mit seinen rund 8000 verschiedenen Artikeln geleitet hat. Auch wenn der nächtliche Notdienst zuletzt nur noch zehn- bis zwölfmal im Jahr auf sie zukam, seit der Bezirk der teilnehmenden Apotheken ausgeweitet wurde.

Früher, als die Schwerter diese Aufgabe nur allein abdecken mussten, war sie alle 14 Tage an der Reihe gewesen. Kurz vor dem Ende, am 2. Advent, trifft es Karin-Barbara Schlüter jetzt noch einmal: „Das kriegen wir noch hin.“ Im neuen Jahr wird sie dann - wie einige Mitarbeiterinnen aus ihrem sechsköpfigen Team auch - die Kollegen in der Neuen Apotheke unterstützen. Die anderen Angestellten wechseln zur Ostentor-Apotheke nach Westhofen.

Schwerte verliert schon die dritte Apotheke: Die Bahnhof Apotheke schließt nach 60 Jahren

Der Apotheker Walter Schlüter - hier beim 25-jährigen Jubiläum im Jahre 1984 - hatte seine Bahnhof-Apotheke am 11. Februar 1959 gegründet. 1968 errichtete er den Neubau an der Bahnhofstraße 28. © Reinhard Schmitz (A)

Vielen Kunden fällt der Abschied schwer von der Apotheke ihres Vertrauens, die Walter Schlüter am 11. Februar 1959 gegründet hatte. Der gebürtige Ibbenbürener, der in Bamberg und Bonn Pharmazie studiert hatte, nutzte die neue erlassene Niederlassungsfreiheit in seinem Beruf. Sein erstes Ladenlokal fand er an der Bahnhofstraße 24.

Doch schon 1968 zog er in seinen großen Neubau um, den er an der Ecke zur Karl-Gerharts-Straße errichten ließ. Großen Wert legte er auf das Vertrauensverhältnis zu seinen Kunden, die sich gerne von ihren Kindern begleiten ließen. Denn die Mädchen und Jungen durften sich immer auf ein kleines Geschenk freuen: Ausschneidebogen aus dünnem Karton, aus dem sich wunderschöne Häuschen und sogar Züge zusammenkleben ließen.

Vorher verschwanden schon zwei andere Apotheken in Schwerte

In den letzten Wochen dürfen sich Kunden auf Vergünstigungen bei freiverkäuflichen Artikeln wie Kosmetik oder Hustenbonbons freuen. 30 Prozent Rabatt kündigen Aushänge im Schaufenster auf derartige Artikel an.

Zum neuen Jahr wird die Schwerter Apothekenlandschaft dann um eine weitere Adresse ärmer. Vor einigen Jahren hatte schon die Ruhr Apotheke, die in direkter Nachbarschaft der Bahnhof Apotheke an der Bahnhofstraße eröffnet worden war, ihre Pforten wieder geschlossen. Danach verschwand die Markt-Apotheke im City-Centrum von der Bildfläche.

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