Herrchen verkraftete Trennung von Freundin nicht: Da musste Schäferhund Yipman sterben

dzToter Hund in Ruhr

Ein toter Hund war vor zweieinhalb Wochen aus der Ruhr geborgen worden. Seine Verletzungen machten einen Tierarzt stutzig. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bestätigen seinen Verdacht.

Schwerte

, 12.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf eine Obduktion der Hundeleiche aus der Ruhr kann verzichtet werden. Die Staatsanwaltschaft weiß mittlerweile auch so, wie Schäferhund Yipman ums Leben gekommen ist. Der schlimme Verdacht von Tierarzt Dr. Stefan Wolf, dem Vorsitzenden des Tierschutzvereins, sollte sich bestätigen. Es war kein natürlicher Tod. „Der frühere Halter hat zugegeben, das Tier getötet zu haben“, sagte am Mittwoch der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen, Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli. Bei dem Beschuldigten handele sich um einen 31-jährigen Schwerter.

Tat geschah im Rahmen eine „psychischen Ausnahmesituation“

Nach dem Geständnis ist eine Obduktion aus Gründen des Ermittlungsverfahrens nicht mehr nötig. „Wie genau der Hund umgekommen ist, spielt keine Rolle mehr“, erklärte Dr. Pauli. Bekannt ist aber, dass Yipman offensichtlich der Leidtragende einer gescheiterten Beziehung war. „Der Beschuldigte gibt an, dass es ein gemeinsames Tier gewesen sein“, so der Oberstaatsanwalt weiter. Es habe der Freundin gehört. Die Trennung des Paares habe dann zu einer „psychischen Ausnahmesituation“ bei dem Beschuldigten geführt: „In dem Rahmen ist es passiert.“

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen, nachdem Dr. Stefan Wolf Strafanzeige wegen der „Tötung eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund“ gestellt hatte. Das ist ein Verstoß gegen den Paragrafen 17 des Tierschutzgesetzes. Doch ob der Mann jemals deswegen angeklagt wird, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft derzeit noch unklar. Der Beschuldigte habe große psychische Probleme und sei auch schon in stationärer Behandlung gewesen.

Den Namen Yipman trugt ein chinesischer Kampfkunst-Großmeister

Nach dem Verzicht auf eine Obduktion kann jetzt darauf gehofft werden, dass Schäferhund Yipman nicht mehr lange in der Kühlkammer der Tierarztpraxis konserviert werden muss und irgendwo seine letzte Ruhe finden kann. Das große Tier, gut 45 Kilogramm schwer, wurde nicht einmal drei Jahre alt. Seinen nicht alltäglichen Namen trug laut Internet-Enzyklopädie Wikipedia der Großmeister einer südchinesischen Kampfkunst. Dessen Lebensgeschichte wurde 2008 in Hongkong zu einem Kinofilm gemacht.

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Der tote Schäferhund war in der Ruhrstadt zu einem Fall geworden, nachdem Spaziergänger die Tierleiche am 18. November auf einer Sandinsel in der Ruhr, nahe der Rohrmeisterei, entdeckt hatten. Der alarmierte Kommunale Ordnungsdienst rief die Freiwillige Feuerwehr Villigst zu Hilfe, die den Kadaver mithilfe ihres Rettungsbootes bergen und in die Praxis von Dr. Wolf bringen konnte. Da unter dem Fell ein Chip implantiert war, konnte die Besitzerin rasch ausfindig gemacht werden.

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