Frau in Mülheim vergewaltigt: Ermittlungen gehen weiter

Eine Frau wird in Mülheim in ein Waldstück gezerrt und vergewaltigt. Dringend verdächtigt wird eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen. Sie wurden befragt, am Montag gehen die Ermittlungen der Polizei weiter.

06.07.2019, 15:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach der Vergewaltigung einer jungen Frau am Freitagabend in Mülheim an der Ruhr gehen die Ermittlungen am Montag weiter. Am Morgen war zunächst unklar, ob die drei 14 und zwei 12 Jahre alten Verdächtigen am Schulunterricht teilnehmen. Die Stadt hatte den Eltern der Jüngeren geraten, die Kinder für den Rest der Woche bis zu den Sommerferien in Nordrhein-Westfalen nicht zur Schule zu schicken. Das Opfer, eine junge Frau, wurde im Krankenhaus behandelt. Sie wird danach weiter polizeilich unterstützt, hieß es in einer Mitteilung.

Ermittelt wird gegen die Jugendlichen wegen eines „schweren Sexualdeliktes“ - das gilt laut Gesetz, wenn der Beischlaf vollzogen oder die Tat gemeinschaftlich begangen wurde. Alle Verdächtigen haben die bulgarische Nationalität. Sie gelten laut Polizei als „dringend tatverdächtig“. Die jeweilige Rolle bei dem Verbrechen ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Die Jugendlichen seien am Samstag offiziell befragt und dann wieder ihren Eltern übergeben worden.

Bei den Familien der beiden Zwölfjährigen werde sich am Montagvormittag das Jugendamt einschalten und Hilfe anbieten, sagte ein Stadtsprecher. Falls die Mitarbeiter den Eindruck gewännen, dass die Familien mit der Situation nicht fertig werden, sei bei den Zwölfjährigen generell auch ein aktives Eingreifen bis hin zur Entnahme der Kinder aus den Familien möglich.

Die Empfehlung, die Kinder zu Hause zu lassen, sei für die Eltern der Zwölfjährigen ausgesprochen worden, sagte ein Stadtsprecher am Montag. Angesichts der Umstände sei es besser, wenn sie zu Hause bleiben, um mögliche Konflikte in der Klasse und der Schule zu vermeiden.

Anwohner in Mülheim waren am Freitagabend gegen 22.15 Uhr aufmerksam geworden, weil ihr Hund bellte und sich nicht beruhigen ließ, berichtete die Polizei. Sie hätten im Grünen hinter ihrem Garten die verletzte junge Frau und zwei männliche Personen entdeckt und die Polizei verständigt. Die beiden Verdächtigen seien über einen parallel verlaufenden Radweg geflohen, die Frau blieb zurück. Die Anwohner riefen die Polizei und kümmerten sich um das Opfer.

Nach einer Fahndung hatte die Polizei die Gruppe gestellt. Der Verdacht gegen die Kinder und Jugendlichen habe sich dabei „verdichtet“, heißt es in der Mitteilung.

Fachleute sehen bei Gruppenvergewaltigungen eine gefährliche Kombination von Sexualität, Machtdemonstration und Gruppendynamik. Häufig würden solche Taten gefilmt, um mit der Tat zu prahlen. Im Mülheimer Fall äußerte sich die Polizei zunächst nicht, ob das Geschehene auch gefilmt wurde. Einen Bericht der „Bild“-Zeitung, nach dem die Täter ihre Tat mit Handys gefilmt haben sollen, wollte ein Sprecher nicht kommentieren.

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