Schwerer sexueller Missbrauch: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kita-Leiterin aus Dülmen

Kita in Dülmen

Missbrauchsvorwürfe in einem Kindergarten erschütterten vor 7 Jahren die kleine Stadt Dülmen. Jetzt nimmt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wieder auf - aufgrund der Angaben eines Kindes.

Dülmen

18.01.2020, 15:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schwerer sexueller Missbrauch: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kita-Leiterin aus Dülmen

In einem Kindergarten in Dülmen soll es zu schweren Fällen von sexuellem Missbrauch gekommen sein, © picture alliance/dpa

Rund sieben Jahre nach Missbrauchsvorwürfen in einem Kindergarten in Dülmen hat das Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft Düsseldorf übertragen. „Es geht darum, dass eine bislang mit der Sache unbefasste Stelle darauf schaut“, sagte am Samstag zur Begründung ein Sprecher des Justizministeriums.

Am Freitag hatte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mitgeteilt, bereits im Oktober 2019 die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Münster übernommen zu haben. Es geht um einen Fall aus dem Kreis Coesfeld.

Kita-Leiterin soll Kinder misshandelt und missbraucht haben

„In diesem teilweise bereits eingestellt gewesenen Verfahrenskomplex hatte die Staatsanwaltschaft Münster zuletzt neue Erkenntnisse, die auf Angaben eines der mutmaßlich geschädigten Kinder aus dem Jahr 2019 zurückgehen“, heißt es in der Pressemitteilung. Wegen der laufenden Ermittlungen zu den Vorwürfen des schweren sexuellen Missbrauchs will die Staatsanwaltschaft Düsseldorf keine weiteren Details nennen.

Zuvor hatte die „Dülmener Zeitung“ über erneute Ermittlungen berichtet. Danach drehen sich die Ermittlungen um Vorwürfe gegen eine Kita-Leiterin, die mehree Kinder misshandelt und sexuell missbraucht haben soll. Selbst Drogen sollen im Spiel gewesen sein. Auch „Bild“ hatte das Thema aufgegriffen.

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Thema schlägt in der Politik hohe Wellen

In Nordrhein-Westfalen hatten 2019 zwei große Missbrauchsfälle für Schlagzeilen gesorgt. Zuerst war Anfang des Jahres der Fall Lügde mit hundertfachem Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz bekannt geworden. Im Oktober folgte dann ein weiterer Fall mit der Festnahme eines Verdächtigen in Bergisch Gladbach wegen massenhaften Missbrauchs von Kindern durch Mitglieder eines Chat-Netzwerkes. Hier wird jetzt gegen 51 Tatverdächtige in zwölf Bundesländern ermittelt.

In der Politik schlugen beide Fälle hohen Wellen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) machte das Thema zur Chefsache. Der Düsseldorfer Landtag setzte einen Untersuchungsausschuss zum Thema Kindesmissbrauch ein.

dpa/kar

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