Schweinepest-Einheit in Standby-Modus: NRW ist gewappnet

Wenn die Afrikanische Schweinepest ausbricht, zählt Schnelligkeit. In NRW steht eine Einheit bereit, die es sofort mit dem Kampf gegen die Pest aufnehmen könnte.

07.12.2019, 10:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schweinepest-Einheit in Standby-Modus: NRW ist gewappnet

Eine Person simuliert die Desinfektion eines LKW für den Tiertransport. Foto: Ronald Bonß/zb/dpa

Landwirte sehen Nordrhein-Westfalen mit einer schnellen Eingreif-Einheit gut gewappnet gegen die drohende Afrikanische Schweinepest (ASP). Die vom Land finanzierte Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft (WSVG) sei schon jetzt im Standby-Modus und könne bei einem Ausbruch schnell aktiv werden, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Landwirtschaftsverbands Westfalen-Lippe, Bernhard Schlindwein, der Deutschen Presse-Agentur: „Wir sehen das Land gut gewappnet, um einen Ausbruch der ASP im Wildschweinebestand bekämpfen zu können.“

Nachdem die Seuche im vergangenen Jahr in Belgien ausgebrochen ist, schreitet der Ausbruch in der Schwarzwild-Population in Polen nahe der deutschen Grenze weiter voran. Für Menschen ist die Tierseuche zwar ungefährlich. Die deutschen Bauern sind aber besorgt: Beim ersten Nachweis bei einem Wild- oder Hausschwein sind Exporte außerhalb der EU laut Deutschem Bauernverband nicht mehr möglich.

Mit der Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft nach tschechischem Vorbild werde Nordrhein-Westfalen bei einem Ausbruch der Seuche schnell und konsequent agieren können, sagte Schlindwein: Kadaver einsammeln und untersuchen, Zäune aufstellen und über Maßnahmen informieren. „Es wurden jetzt schon Zäune eingekauft, das technische Equipment, das man braucht, um Kadaver zu bergen und zu suchen. Hätten wir einen Ausbruch von ASP, wären wir sehr schnell handlungsfähig“, sagte Schlindwein. Tschechien habe es mit dieser schnellen konsequenten Strategie geschafft, innerhalb eines Jahres nach Ausbruch wieder seuchenfrei zu sein.

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) rief Reisende dazu auf, Lebensmittelreste auf Rastplätzen nicht in offenen Mülleimern zu entsorgen. Straßen- und Autobahnmeistereien seien angehalten, Mülleimer zu kontrollieren und gegebenenfalls zu sichern.

Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums wird das Virus direkt über Tierkontakte oder indirekt - zum Beispiel über Fleisch oder Wurst von infizierten Tieren - übertragen. Unter ungünstigen Bedingungen könnten unachtsam entsorgte Reste von virushaltigem Reiseproviant ausreichen, um die Seuche einzuschleppen.

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