Schwedens Polizei informiert sich zu Clankriminalität

Über den Kampf der Essener Polizei gegen Clankriminalität informieren sich noch bis Freitag zwei leitende Polizeibeamte aus Schweden. Die Polizisten, ein Mann und eine Frau, kommen aus Göteborg, wie Thomas Weise, Sprecher der „Besonderen Aufbauorganisation (BAO) Aktionsplan Clan“ bei der Essener Polizei, berichtete. In der schwedischen Stadt gebe es ähnliche Strukturen von Clankriminalität wie in Essen. Allerdings gebe es in Schweden mehrfach im Monat gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Clans „unter Verwendung von Schusswaffen und Handgranaten“, sagte Weise. Allein 2019 habe es fast 50 Tötungsdelikte im Bereich von Clan-Auseinandersetzungen gegeben. Zuvor hatte der WDR berichtet.

26.11.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schwedens Polizei informiert sich zu Clankriminalität

Das Blaulicht auf einem Polizeiauto. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa/Symbolbild

Während ihres 14-tägigen Aufenthaltes durchliefen die beiden alle Einsatzabschnitte der BAO, sagte Weise weiter. Sie seien etwa bei Einsätzen der Bereitschaftspolizei dabei gewesen und auf dem Streifenwagen mitgefahren. „Sie waren auch mit Zivilfahndern unterwegs und haben bei den Ermittlern gesessen“, sagte Weise. In Essen interessierten sie besonders die enge Kooperation zwischen verschiedenen Ermittlern, bei der die Kommunen, die Finanzverwaltung, der Zoll, die Staatsanwaltschaften, die Bundespolizei und die Steuerfahndung zusammenarbeiteten.

Essen ist neben Berlin und Bremen besonders betroffen von Clankriminalität. Seit Dezember 2018 kümmert sich daher eine eigene Abteilung bei der Polizei Essen/Mülheim darum. In den ersten zehn Monaten 2019 wurden fast 500 Gaststätten, Wettspielbüros oder Shishabars überprüft. Es gab rund 230 Festnahmen. 77 Haftbefehle wurden vollstreckt, 38 Autos sichergestellt.

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