Warum macht es die Deutsche Bahn den Passagieren so schwer? Schwerte versinkt im Feierabendverkehr und der Klimawandel macht sich bemerkbar. Das haben unsere Mitarbeiter in der Woche erlebt.

Schwerte

, 06.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Jeder Tag ist neu. Jeder Tag bringt eine neue Erkenntnis – auch für die Mitarbeiter in unserer Redaktion. An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen unsere persönlichen Erkenntnisse der vergangenen Woche. Subjektiv, so wie die Journalisten es bei ihrer Arbeit nicht tun. Doch Vieles von dem, was wir recherchieren, bewegt uns genauso wie Sie – dienstliches und privates Engagement.

Björn Althoff: Die Bahn, die Kreditkarte und das Schwarzfahren

Schwarzfahren dank Bürokratie, Niedrigwasser und ewiger Stau: Die Themen der Woche

© Björn Althoff

Punkt 9 Uhr musste ich im Landgericht in Hagen sein – so dachte ich zumindest. Also wie immer, wenn der Mordprozess von Ergste gegen Michael S. anstand: von zuhause zum Dortmunder Hauptbahnhof radeln, in den Regionalexpress 4 steigen, über Witten nach Hagen juckeln, da dann raus und rauf zum Gericht radeln. Das Problem am Montag: Der Zug fiel aus, aber es gab Rettung: ein ICE, nächster Halt in Hagen, puh, schnell rauf zum Gleis und die DB-App anwerfen. Ticket buchen…ach nein, ging nicht, das gehe nur bis drei Minuten vor Abfahrt. Es waren aber nur noch zwei. Also zur Schafferin, die übrigens sehr nett und verständnisvoll war. Die mir aber mitteilen musste, dann würde mich die Fahrt samt Fahrrad 45 statt 17 Euro kosten. Doch wenn der andere Zug ausfiele, könnte ich mir das Geld ja wohl zurückholen am Schalter. Nächstes Problem: Sie nahm nur Kreditkarten – meine war zuhause. EC-Karte? Leider nein. Also fuhr ich schwarz: kostet dann 60 Euro. Ganz ehrlich: Für das Geld hätte ich auch ein Taxi nehmen können.

Heiko Mühlbauer: Leider nicht klimaneutral

Schwarzfahren dank Bürokratie, Niedrigwasser und ewiger Stau: Die Themen der Woche

© Heiko Mühlbauer

Natürlich kann man sich der Illusion hingeben, das Klima ändert sich nicht und wenn, hat es nichts mit mir zu tun. Aber eine Recherche nach dem Pegelstand der Ruhr erinnerte mich: Es war der zweite trockene Sommer in Folge. Und es wäre der Trockenste seit Langem gewesen, hätte der Rekordsommer nicht im Vorjahr stattgefunden. Nun mögen solche Sommer Ausnahmeereignisse sein. Aber die Ausnahmen häufen sich. Und es erinnerte mich an den Juli, als ich bei 32 Grad durch St. Petersburg spazierte. Normalerweise ist es da im Hochsommer höchsten 20 Grad warm. Bevor Sie fragen, wie ich dahin gekommen bin, nicht klimaneutral.

Aileen Kierstein: Nur noch Stau und Umwege

Schwarzfahren dank Bürokratie, Niedrigwasser und ewiger Stau: Die Themen der Woche

© Bernd Paulitschke

Es staut sich schon an der Bethunestraße: Schwerter und Pendler, die die Hörder Straße hoch in Richtung Autobahn oder Dortmund fahren, brauchen viel Geduld. Die Baustelle an der Bergstraße strapaziert seit mehreren Wochen die Nerven. Auch auf der Schützenstraße herrscht gefühlt Dauerstau. Und dann die Nachricht, dass man die Wittekindstraße für drei Wochen sperren will. Eine mehrwöchige Sperrung für eine Bushaltestelle? Chaos auf einer Hauptverkehrsstraße wegen einer Baustelle, die den B236-Umbau vorbereiten soll, der wiederum zur größten Baustelle aller Zeiten wird? Ich kann den Unmut verstehen - es nervt.

Karin König: Diverse Würmer

Schwarzfahren dank Bürokratie, Niedrigwasser und ewiger Stau: Die Themen der Woche

© picture alliance / dpa

Forscher vom kalifornischen Institut für Technologie haben im Mono Lake eine kuriose Entdeckung gemacht: eine bisher unbekannte Spezies Fadenwürmer, die drei Geschlechter haben: Manche sind männlich, manche weiblich und manche -platt gesagt - beides. Der Lake Mono ist dreimal salziger als der Ozean und das Wasser enthält eine Menge giftiges Arsen. Die Forscher wollen jetzt herausfinden, was die Tiere so widerstandsfähig macht und so vielleicht Menschen helfen, die in Gebieten mit kontaminierten Trinkwasser leben. Das ist ziemlich cool - und vielleicht ein Denkanstoß für alle, die das dritte Geschlecht gerade noch für unnatürlich halten.

Reinhard Schmitz: Genuss aus der DDR

Schwarzfahren dank Bürokratie, Niedrigwasser und ewiger Stau: Die Themen der Woche

© Reinhard Schmitz

Schlange stehen tut man für diesen Genuss freiwillig. Etwas vom Verführerischsten, das die DDR hinterlassen hat, spritzt in Rostock in die Waffelmuscheln oder -becher: DDR-Softeis wie vor 30 Jahren produziert die Eiswerkstatt am Hopfenmarkt in der Fußgängerzone. Mit restaurierten Eismaschinen und nach den originalen Rezepten von damals, wie der nette Verkäufer berichtete. Zufällig hatte ich den Hinweis auf das kleine Café auf einer Tafel entdeckt – und musste es einfach testen. Das Warten an der Theke lohnte sich. Vor allem dieses Erdnuss-Eis war ein Gedicht. Damit aufzuwachsen, hätte ich mir in Schwerte auch gewünscht.

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