Schulkakao: Foodwatch kritisiert Schulmilchprogramm scharf

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat erneut scharfe Kritik am Schulmilchprogramm von Nordrhein-Westfalen geäußert. „Aus unserer Sicht ist es ein lobbyverseuchtes Absatzförderprogramm für die Milchwirtschaft“, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker am Mittwoch in Düsseldorf. Dort stellte die Organisation ihren Bericht vor: „Im Kakao-Sumpf - der Schulmilch-Report“. Seit Jahrzehnten gebe es eine Verflechtung zwischen Milchwirtschaft, Wissenschaftlern und Politik, heißt es dort.

10.10.2018, 13:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schulkakao: Foodwatch kritisiert Schulmilchprogramm scharf

Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker. Foto: Peter Kneffel/Archiv

Im Zentrum der Debatte steht die vergünstigte Abgabe von gezuckertem Kakao an Schüler in NRW. Die Landesregierung stellt für das Schulmilchprogramm im laufenden Schuljahr nach eigenen Angaben circa 2,6 Millionen Euro aus EU-Mitteln und 370 000 Euro aus Landesmitteln bereit.

„Weil sich Milch fast nur als Kakao an den Schulen verkaufen lässt, wird die Extraportion Zucker eben billigend in Kauf genommen“, sagte Rücker. Die gesundheitsschädigende Wirkung des Zuckers für die Kinder werde dabei vernachlässigt.

Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW bezeichnete die Forderungen als unverantwortlich. Schulmilch und auch Kakao würden dazu beitragen, Kindern, die ohne Frühstück in die Schule kommen, Nährstoffe und Vitamine zu liefern.

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