Schulausschuss beschließt: Mehr Klassenräume und weniger Schulhof für Schweitzer-Schule

dzBildungspolitik

Rund vier Millionen Euro vom Bund steckt die Stadt in die Sanierung der Albert-Schweitzer-Schule. Das reicht aber lange nicht aus. Und die Politik befürchtet ein weiteres Problem.

Schwerte

, 23.11.2018, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als 1952 der Grundstein für die Albert-Schweitzer-Schule gelegt wurde, verkündete die Schwerter Zeitung stolz, dass man dort in 37 Klassen bis zu 3500 Schüler unterrichten könne. Doch die Zeiten mit Klassenstärken von 50 und mehr Kindern, die sich die kleinen Klassenräume zudem noch teilen, sind vorbei. Schulen von heute haben halb so große Klassenstärken, bieten Betreuung, differenzierten Unterricht, müssen die Inklusion bewältigen, bieten Arbeitsgemeinschaften, Schülerbüchereien und nicht zuletzt eine offene Ganztagsschule an.

Schülerzahlen steigen wieder

Dass die alten Schulgebäude immer noch ausreichten, lag daran, dass es immer weniger Kinder gab. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Schülerzahlen steigen wieder. Bislang haben die meisten Schwerter Schulen noch ausreichend Raumreserve. Das gilt aber nicht für die Albert-Schweitzer-Schule. Und die soll jetzt ausgebaut werden. Am Mittwochabend gab der Schulausschuss des Rates dafür den Weg frei. Doch das wird vermutlich keine günstige Angelegenheit. Denn das Schulgebäude wurde über Jahrzehnte nicht renoviert und ist in einem bedenklichen Zustand. Zusätzlich reichen die Räume längst nicht für eine Vierzügigkeit aus. Die wird aber wohl in Zukunft gebraucht.

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Anbauten an zwei der drei Gebäudeflügel

Der Vorschlag der Stadt: ein Anbau an jeweils zwei der drei Flügel des Gebäudes. Damit kann man neue größere und vor allem mehr Räume schaffen. Gleichzeitig müssen das Dach erneuert und die Fassade ausgebessert werden. Das Geld dafür gibt es vom Bund. Denn der hat mit seinem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz armen Kommunen Geld zur Erneuerung ihrer Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Aus den zwei Auflagen dieses Gesetzes gibt es insgesamt knapp vier Millionen Euro für Schwerte, die in den Schulbau gesteckt werden sollen. Das Problem Albert-Schweitzer-Schule ist damit aber nur teilweise gelöst. Denn eine komplette Sanierung der Schule samt Anbauten würde nach einer Kostensschätzung der Stadt rund 11,5 Millionen Euro kosten. Und darin sind noch nicht alle Bereiche des Brandschutzes berücksichtigt.

Großer Teil der Baukosten zulasten der Stadt

Mit dem Kommunalinvestitionsgesetz sind aber die Fördermittel vorerst abgegrast. „Die restlichen Baukosten müssen aus dem Etat der Stadt getragen werden“, erklärte Ulrike Schulte vom Immobilienmanagement der Stadt.

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Sorgen um die Friedrich-Kayer-Schule

Probleme sieht auch die FDP-Ratsfrau und ehemalige Schulleiterin der Friedrich-Kayser-Schule, Renate Goeke, mit dem Ausbau der Schule auf die Stadt zukommen. Und zwar fürchtet sie um den Bestand der zweiten Innenstadt-Schule. Die Friedrich-Kayser-Schule, die jetzt schon die wenigsten Anmeldungen aller sieben Grundschulen verzeichnet, könnte dann noch mehr Schüler verlieren. Damit gebe man auch die geringe Einflussmöglichkeit auf, die Schülerströme zu lenken. Denn die oberste Prämisse bei der Verteilung der Erstklässler auf die Grundschulen ist nach wie vor der Elternwille. Bislang können die Schulen aber Kinder abweisen, die dann an anderen Schulen aufgenommen werden.

Beim Schulamt befürchtet man dies aber nicht. Leiter Peter Kranholt setzt da auf die Neubaugebiete, die allesamt im Einzugsgebiet der Schule geplant sind. Rein rechnerisch gebe es für den Bereich Innenstadt 94 zusätzliche Grundschulkinder, wenn unter anderem am Schützenhof, und an der Lohbachstraße neue Wohnungen gebaut seien.

Bau steht auf feuchtem Untergrund

Sorgen bereitet den Bauplanern der Stadt der Untergrund rund um die Schule. Der ist feucht und hat bereits für Schäden an den Kellerwänden gesorgt.

Außerdem müssen sich die Schweitzer-Schule und das benachbarte Friedrich-Bährens-Gymnasium einigen, wie der Schulhof neu aufgeteilt wird, wenn durch die Anbauten an der Grundschule einiges an Fläche verloren geht. „Der Verlust an Schulhoffläche ist schon dramatisch“, sagte Schulleiter Dirk Schnitzler. Eine Einigung sei aber möglich, bestätigte sein Kollege Heiko Klanke (FBG).

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