Schützenhilfe von Barca: BVB zittert sich ins Achtelfinale

Das war knapp! Der BVB hat doch noch den Einzug in das Achtelfinale geschafft. Ein glücklicher Sieg gegen Außenseiter Prag und die Schützenhilfe von Barcelona ebneten den Weg zum Weiterkommen. Sancho und Brandt treffen für Dortmund.

10.12.2019, 23:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Happy End dank Zittersieg und fremder Hilfe: Borussia Dortmund hat doch noch den Einzug in das Achtelfinale der Champions League geschafft.

Durch den glücklichen 2:1 (1:1)-Erfolg im letzten Gruppenspiel gegen Slavia Prag fing das Team von Trainer Lucien Favre den bis dahin punktgleichen Konkurrenten Inter Mailand kurz vor der Zielgeraden noch ab. Dabei profitierte der BVB vom 2:1 des bereits vorher für die K.o.-Runde qualifizierten FC Barcelona im Parallelspiel bei den Italienern.

Dank der Treffer von Jadon Sancho (10.) und Julian Brandt (61.) vor 65.079 Zuschauern im Signal Iduna Park kann sich der Revierclub über weitere Einnahmen von mindestens 9,5 Millionen Euro freuen. Tomas Soucek hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich der Tschechen gesorgt (43.). Die Dortmunder, die ab der 77. Minute nach einer Gelb-Roten Karte für Julian Weigl in Unterzahl agierten, erreichten damit zum sechsten Mal in acht Jahren die K.o.-Runde in der Königsklasse.

„Heute hat viel funktioniert, am Ende wurde es durch die Gelb-Rote Karte knapp. Aber wir haben dagegen gehalten und alles reingeworfen. Wir wussten, dass wir unsere Hausaufgaben erledigen müssen“, sagte Torschütze Brandt bei DAZN. Der Sieg gebe dem BVB für die letzten Spiele des Jahres Kraft. Ex-Weltmeister Mats Hummels fügte hinzu: „Es war ein wilder Ritt gegen Slavia. Hut ab, was Prag in der Gruppe geleistet hat. Das Spiel kippte hin und her. Es war eine unheimlich intensive Partie.“

Ein Spaziergang wurde es in der Tat gegen den bereits ausgeschiedenen Außenseiter nicht. Vielmehr mussten sich die Dortmunder bei Torhüter Roman Bürki bedanken, dass es zur Halbzeit 1:1 stand. Denn der Keeper entschärfte in den ersten 45 Minuten gleich mehrere hochkarätige Tormöglichkeiten.

Dabei ging vor allem das Fehlen des belgischen Nationalspielers Axel Witsel zu Lasten der Stabilität im Dortmunder Spiel. Der Mittelfeldspieler hatte bei einem häuslichen Unfall eine Gesichtsverletzung erlitten und fällt noch bis zum Jahresende aus.

Trotzdem hatte alles optimal begonnen. Schon in der zehnten Minute traf der wiedererstarkte Jungstar Sancho nach Vorarbeit von Kapitän Marco Reus zur Dortmunder Führung. Dazu sorgte die frohe Kunde aus Mailand vom Barcelona-Tor für weiteren Jubel. Und Reus hätte den Dortmunder Vorsprung weiter ausbauen können. Gleich zweimal lief der Nationalspieler alleine auf den tschechischen Keeper Ondrej Kolar zu, doch beide Schüsse waren zu unplatziert (15. und 23.). Auch Mats Hummels, der nach seiner Sperre in der Bundesliga wieder ins Team rückte, hatte eine gute Gelegenheit (4.).

Mit zunehmender Spieldauer kam Slavia aber immer besser ins Spiel. Dabei parierte Bürki gleich dreimal bei Chancen von Peter Olayinka (8.), Milan Skoda (30.) und Lukas Masopust (34.) glänzend. Die Tschechen agierten dabei mit hoher Laufbereitschaft und machten so technische Defizite wett. Die Belohnung folgte kurz vor der Pause, als Soucek traf. Der Treffer wurde noch minutenlang vom Video-Schiedsrichter überprüft, doch es blieb bei der Entscheidung. Zeitgleich sorgte der Ausgleichstreffer für Inter für weiteren Verdruss. Alles stand wieder auf Null.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste - mit einem Dortmunder Übergewicht. Dabei setzte Brandt den Ball knapp über das Tor (51.). Der Ex-Leverkusener wurde von Favre wieder in das zentrale Mittelfeld beordert - eine gute Wahl. Denn Brandt gehörte zu den Aktivposten und krönte seine Leistung mit einem Tor, als er nach Vorlage von Sancho aus kurzer Entfernung traf. „Seitdem Julian im Zentrum spielt, ist er ein unglaublicher Mehrwert für uns. Er schafft uns viele Räume“, meinte Hummels.

Doch Slavia blieb weiter brandgefährlich. Eine weitere Bürki-Parade gegen Skoda (73.) und ein Kopfball von Ondrej Kudela (74.) trieben den Puls von Favre in die Höhe. Gerade in der Schlussphase wackelten die Schwarz-Gelben bedenklich.

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