Schlaganfall, Herzinfarkt, Krebs - Woran sterben die meisten Schwerter?

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Woran sterben die Menschen hier in Schwerte? Statistiken zeigen, dass es nach wie vor Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Aber nicht alle Vorurteile stimmen.

Schwerte

, 14.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manche Krankheiten sind nahezu ausgerottet. So starb 2017 keine Frau im Wochenbett und kein Kleinkind am plötzlichen Kindstod. Nur einen Todesfall im Kreis Unna wurde HIV zugeschrieben. Doch woran sterben die Menschen heutzutage am häufigsten?

IT.NRW, das ehemalige Statistische Landesamt, listet die Zahlen im Detail auf. Die Basis bilden die amtlichen Todesbescheinigungen.

Der Herztod bleibt trotz vieler Verbesserungen die Haupttodesursache Nummer eins im Kreis Unna - auch in Schwerte. Die zweithäufigste Todesursache bleiben Krebserkrankungen, gefolgt von Krankheiten des Atmungssystems. Die Angaben werden dabei nur bis auf die Kreisebene heruntergebrochen.

Ein Drittel der Menschen stirbt an Herzkrankheiten

Im Jahr 2017 starben 1619 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das entspricht 33,1 Prozent aller Todesfälle. Zwei der häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die koronare Herzkrankheit (KHK) und die Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Die Herzschwäche ist oft eine Folge anderer Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzklappen-Erkrankungen oder Herzrhythmusstörungen.

„Ein großer Teil dieser Erkrankungen lässt sich dabei auf das persönliche Verhalten zurückführen: wenig Bewegung, Rauchen, zu hoher Alkoholkonsum und Übergewicht sind hierbei die wichtigsten Faktoren“, sagt Stefanie Weier, Pressesprecherin der Krankenkasse IKK.

Zweithäufigste Todesursache waren mit 24,8 Prozent bösartige Neubildungen. „Darunter fasst man alle Krebsarten“, erklärte Privatdozent Thomas W. Spahn vom Marienkrankenhaus den Ruhr Nachrichten im vergangenen Jahr. Das reiche von relativ häufigen Krebsarten, wie Darm- und Lungenkrebs bis zu selteneren Neubildungen, wie Sarkomen, einer Weichteilgeschwulst.

Darmkrebs führt am häufigsten zum Tod

Bei den Krebsarten ist Darmkrebs die häufigste Todesursache gefolgt von Lungen-, Bronchien oder Kehlkopfkrebs. Bei Frauen ist die dritthäufigste, tödlich verlaufende Krebsart der Brustkrebs - bei Männern ist es Hodenkrebs.

Überhaupt sterben Frauen häufiger an Herzerkrankungen als Männer (35,1 Prozent - bei Männern sind es 31,1 Prozent). Hingegen spielten bei Männern Krebserkrankungen eine größere Rolle (27,8 Prozent) als bei Frauen (21,9 Prozent).

Allerdings gibt es durchaus auch eine positive Entwicklung: Insgesamt sterben immer weniger Menschen an Herz-Kreislauferkrankungen - 2008 waren sie noch für 40,2 Prozent (1.892) aller Todesfälle im Kreis Unna verantwortlich. Grund dafür sind die positiven Effekte des medizinischen Fortschritts der letzten Jahrzehnte. In ganz Deutschland ist die Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt von 1990 bis 2014 um 44,8 Prozent gesunken. Das durchschnittliche Todesalter im Kreis Unna lag übrigens bei 78 Jahren. Wobei Männer bereits mit 75, Frauen mit 81 Jahren starben.

Risiko von unnatürlichen Todesursachen ist relativ gering

Im Vergleich dazu fällt das Risiko einer unnatürlichen Todesursache eher gering aus. Hier ist der Sturz, überwiegend im eigenen Haushalt, die häufigste Todesursache. 2017 starben daran im Kreisgebiet 63 Menschen. 31 Menschen aus dem Kreis töteten sich 2017 selbst und zehn starben im Straßenverkehr. Dagegen ist das Risiko, an einer Gewalttat zu sterben verschwindend gering. 2017 stand „tätlicher Angriff“ nur einmal als Todesursache auf der amtlichen Bescheinigung. Gift, dazu zählen aber auch Drogen und Alkohol, acht Mal. Und schließlich verzeichnet die Statistik immerhin sieben Todesfälle, in denen die Ursache ungeklärt blieb.

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