Es soll schöner werden in Lünen-Süd. Dabei helfen schicke Fassaden. Eigentümer rund um die Jägerstraße können dafür Gelder beantragen. Das Projekt zeigt Wirkung. Doch es gibt auch Hürden.

Lünen-Süd

, 12.11.2018, 11:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gudrun Hohlwein (69) gehört ein Haus an der Düppelstraße 2. Sie ist darin groß geworden, ihre Großeltern hatten das Gebäude von 1912 gekauft. Der Anstrich war 17 Jahre alt, der Putz hatte Risse. Als Gudrun Hohlwein von dem „Haus- und Hofflächenprogramm Jägerstraße“ hörte, stieg sie sofort ein. Lockmittel waren die Fördergelder. Die wollte sie sich nicht entgehen lassen.

Das Gebäude bekam neue Farbe. Die Schäden wurden ausgebessert. Inzwischen ist das Haus ein Blickfang geworden.

Haus mit städtebaulicher Bedeutung

Eigentlich gehört die Düppelstraße nicht zum Fördergebiet. Doch weil das Gebäude vom neuen Marktplatz aus gut einsehbar ist und somit eine städtebauliche Bedeutung hat, konnte Gudrun Hohlwein profitieren, erläutert Quartiersarchitektin Andrea Moises. 7750 Euro hat die Eigentümerin aus dem Förderprogramm bekommen. Für Anstrich und weitere Dach- und Ausbesserungsarbeiten zahlte sie 20.000 Euro.

Seit zwei Jahren ist Andrea Moises in Lünen-Süd unterwegs. Sie hat den Auftrag, Eigentümer für Verschönerungsmaßnahmen zu gewinnen und zu beraten. Die Idee dahinter: Wer seine Hausfassade modern streicht, der wertet das Stadtbild auf und macht den Ortsteil lebenswerter. Auch privat kann er profitieren. Für Mieter sind solche Häuser attraktiver.

Förderung beträgt maximal 10.000 Euro

Dank des Programms, das im Rahmen des Stadtumbaus Lünen-Süd aufgelegt wurde, hat die Architektin etwas zu bieten: Im Fördertopf sind pro Jahr 50.000 Euro. Wer seine Fassade aufhübschen lässt, kann die Hälfte der Kosten vom Staat bekommen. Maximal 10.000 Euro oder 30 Euro pro Quadratmeter. Die Gelder sind allerdings beschränkt auf den Fassadenanstrich.

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Elf von 149 Eigentümern haben sich dafür entschieden, zehn Häuser sind außen neu gestaltet worden. 37 Beratungen hat die Architektin durchgeführt. Es gibt noch sechs Interessenten. „Bisher eine Bombenquote“, findet Fabian Lollert vom Stadtteilbüro Lünen-Süd.

50.000 Euro sind aus dem Topf bezahlt worden. Mit 100.000 Euro ist er noch gut gefüllt. Bis Ende 2019 können Eigentümer die Mittel ausschöpfen. „Die Beratung dafür endet Mitte des kommenden Jahres“, so Lollert.

Eigentümerin: „Nur positive Reaktionen“

Michaele Mallek (56) ist eine von drei Eigentümern in einem Mehrfamilienhaus an der Jägerstraße 45. Nachbarn hatten ihr von der Förderung erzählt. Sie rief sofort ihren Hausverwalter Klaus Guzik an.

Schicke Fassaden sollen die Jägerstraße aufwerten

Der neue Anstrich ist positiv aufgefallen“, freut sich Michele Mallek, eine von drei Eigentümern an der Jägerstraße 45, mit Hausverwalter Klaus Guzik. © Magdalene Quiring-Lategahn

Das Anfang der 80er-Jahre gebaute Haus bekam nach dem Beschluss der Eigentümergemeinschaft einen neuen Anstrich. Die Kosten von 16.500 Euro wurden mit 7800 Euro gefördert. Die Veränderung ist aufgefallen: „Ich habe nur positive Reaktionen bekommen“, sagt Michaele Mallek.

Problem der drei Handwerker-Angebote

Knackpunkt des Programms ist allerdings die Pflicht, vor der Maßnahme drei Angebote einzuholen. Viele Handwerker sind momentan vollauf beschäftigt. Zudem werden die Mittel nur für das günstigste Angebot bezahlt. „Wichtig war mir aber, dass der Anstrich gut ausgeführt wird“, sagt Gudrun Hohlwein. Die Farbe dürfen Eigentümer nicht völlig frei wählen, „sie muss schon ins Stadtbild passen“, sagt Andrea Moises.

Entlang der Jäger- und zu Beginn der Bebelstraße gibt es inzwischen herausgeputzte Gebäude. Mit Flyern und per Telefon wirbt Andrea Moises bei den Eigentümern für das Programm. Nur in zwei Fällen konnte sie keinen Kontakt zu Eigentümern aufnehmen. Die meisten wohnen in Lünen-Süd. Jedes neu gestrichenen Haus sei ein guter Impuls, den Ortsteil zu verschönern, sagt Andrea Moises.

  • Interessierte können sich an dem Haus- und Hofflächenprogramm Lünen-Süd noch bis zum 1. Juli 2019 beteiligen.
  • Anträge und Informationen gibt es bei Quartiersarchitektin Andrea Moises, Tel. 0151/64532688, E-Mail: moieses@krossundschlemper.de
  • Näheres auch unter www.mein-luenen-sued.de
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