Schauspiel „Wir sind die Neuen“ im Kolpingsaal überzeugt

Theaterabend

Ein formidables Sextett bescherte mit dem bekannten Stück „Wir sind die Neuen“ einen unterhaltsamen Theaterabend. Das Publikum spendete begeistert Applaus.

Werne

, 15.12.2018 / Lesedauer: 3 min
Schauspiel „Wir sind die Neuen“ im Kolpingsaal überzeugt

Alt und Jung prallen im Stück „Wir sind die Neuen“ aufeinander. © Meisel-Kemper

Vor 50 Jahren fand die Revolte der Studenten statt, die danach als 1968er bekannt wurden. Im Sog der Neuerungen lebten vor 45 Jahren auch die älteren Protagonisten Anne (Claudia Rieschel), Eddi (Winfried Glatzeder) und Johannes (Siegfried Kadow) ihr Leben als Wohngemeinschaft. Als Anne ihre Wohnung verlor, zog sie mit Eddi und Johannes wieder zusammen.

In der Komödie „Wir sind die Neuen“, orientiert am gleichnamigen Film, schrieb Martin Woelffer eine Theaterfassung, die bei der Aufführung am Donnerstagabend mit insgesamt sechs Schauspielern im ausverkauften Kolpingsaal immer wieder Lachanfälle produzierte.

Amüsante Sprachgemetzel in der Alten-WG

Pointiert und schlagfertig lieferten sich die drei „Alten“ in ihrer neuen WG ein amüsantes Sprachgemetzel. Erinnerungen an früher, als sie noch jung und gesund waren, mischten sich mit Erinnerungen an frühere Be- und Empfindlichkeiten. Im gereiften Alter, beladen mit einem Paket zwischenzeitlicher beruflicher und familiärer Erfahrungen, erlebte das Trio Höhen und Tiefen seiner neuen Zweckgemeinschaft.

Schauspiel „Wir sind die Neuen“ im Kolpingsaal überzeugt

Das sechsköpfige Ensemble mit einem überzeugenden Winfried Glatzeder (r.) glänzte im Kolpingsaal. © Meisel-Kemper

Störfaktor war die junge Studenten-WG über ihrer Wohnung. Thorsten (Eric Brouwer) und Katharina (Luise Schubert) lernten für ihr erstes Staatsexamen in Jura, Barbara (Annalena Müller) für ihren Bachelor in Kunstwissenschaft. Als sich die alte WG den Jungen vorstellte, wurden sogleich Grenzen der nachbarschaftlichen Hilfe gezogen. „Wir sind nur Nachbarn“, markierte Thorsten die Grenze. „Die sind seltsam erwachsen“, stellte Anne fest. „Die sind seltsam verspannt“, setzte Eddi trocken nach.

Als ein Krankenwagen vor der Tür stand, trat eine Wende im Verhältnis der beiden WG´s ein. Anne, Eddi und Johannes waren erleichtert, dass keiner von ihnen der Grund dafür war. Dafür hatte es Thorsten erwischt mit einem Bandscheibenvorfall. Anne als Biologin wurde seine Therapeutin. Johannes als studierter Jurist kümmerte sich um die verzweifelte Katharina, die Angst hatte, ihr Examen nicht zu schaffen. Eddi gab der heulenden Barbara Tipps, wie sie ihren Verlobten wieder für sich gewinnen könne. Als „Freunde der Vergangenheit“ feierten die „Alten“ mit den geläuterten „Jungen“ am Ende zusammen.

Publikum belohnt Schauspielkunst mit viel Beifall

Das Publikum belohnte das Ensemble der „Komödie am Kurfürstendamm“ Berlin mit tosendem Applaus, der sich bei jedem einzelnen Schauspieler wiederholte.

Die Botschaft des Stücks war angekommen, denn nicht jeder „Alte“ ist krank, senil und hilfsbedürftig. Und nicht jeder „Junge“ ist lebensfroh und spontan. Rieschel setzte in der Figur der Anne zusätzliche Akzente als Erzählerin. Glatzeder spielte als Eddi den ausgeflippten 68er überzeugend, während Kadow als Johannes an altmodischer Kleidung festhielt. Auch die Schauspieler der „Jungen“ überzeugten mit ihrem übertriebenen Sinn nach Ordnung, Sauberkeit und festgetackerten Vorurteilen.

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