Sarg oder Urne? Neue Gebührensätze für Bestattungen auf Friedhöfen in Lünen

Beerdigungen

Sterben wird teurer - zumindest, wenn man sich auf einem der kommunalen Friedhöfe in Lünen bestatten lassen will. Die Ursache für die Gebührensteigerung in 2020 liegt zwei Jahre zurück.

Lünen-Süd

, 19.12.2019, 12:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sarg oder Urne? Neue Gebührensätze für Bestattungen auf Friedhöfen in Lünen

Ein Kolumbarium wie hier in Lünen-Süd ist als letzte Ruhestätte beliebt. Allerdings zählt diese Form der Bestattung auch zu den Teuersten in Lünen. © Stadt Lünen

Genau wie bei Müll oder Abwasser müssen auch die Friedhofsgebühren kostendeckend sein. Weil es schwierig ist, die Sterberate in einer Stadt für das kommende Jahr abzuschätzen, orientiert sich die Verwaltung an den Zahlen des Vorjahres - was nicht immer hinkommt.

So lag man im Jahr 2018 deutlich daneben: Die Kosten für Gräber und Bestattungen lagen um rund 126.000 Euro höher als kalkuliert. Dieses Defizit muss nun 2020 ausgeglichen werden. Weil auch allgemeine Kosten zum Beispiel für Personal auf den Friedhöfen steigen, hat der Stadtrat eine Erhöhung der Friedhofsgebühren um 2,69 Prozent beschlossen.

Auf diese Weise rechnet die Stadt mit Mehreinnahmen von rund 50.000 Euro. Dabei spielt allerdings nicht nur die Zahl der Beerdigungen eine Rolle, sondern auch die Art. Klassische Erdbestattungen sind weniger gefragt, ihre Zahl ging in Lünen von 467 in 2001 auf 214 in 2018 zurück; gleichzeitig stieg die Zahl der Urnenbestattungen im gleichen Zeitraum von 279 auf 430.

Für eine Erdgrab berechnet die Stadt 1270 Euro, die Bestattung selbst kostet 1020 Euro. Ein Urnengrab kostet 900 Euro, die Bestattung ist mit 510 Euro nur halb so teuer. Deutlich teurer wird es, wenn eine Urne im Kolumbarium samt Abdeckplatte aufgestellt werden soll - das kostet inklusive Bestattung 3550 Euro.

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