Sakristei an St. Christophorus bekommt keinen Denkmalschutz

Antrag abgelehnt

Jetzt ist es amtlich - die moderne Sakristei der Christophorus-Kirche bekommt keinen Denkmalstatus. Obwohl sie künstlerisch gesehen eigentlich dafür geeignet wäre.

Werne

, 08.12.2018 / Lesedauer: 3 min
Sakristei an St. Christophorus bekommt keinen Denkmalschutz

Innenansicht der modernen Sakristei St. Christophorus. Sie ist künsterlisch wertvoll, aber zu jung für den Denkmalschutz. © Helga Felgenträger (A)

Es hängt schlicht mit dem Alter des oft als „Raketensilo“ verspotteten Gebäudes aus Metall und Plexiglas zusammen. Um es aus einem genügenden zeitlichen Abstand zu beurteilen, reicht die zurückliegende Spanne seit der Fertigstellung im Jahre 2001 einfach nicht, so die Denkmalbehörde in Münster.

Sie schrieb jetzt offiziell an die Stadt: „Es handelt sich zweifellos um ein interessantes, zeitgenössisches Bauwerk mit hohem künstlerischen Anspruch. Wegen des rezenten Baudatums (Fertigstellung 2001) kann allerdings noch kein Denkmalwert ermittelt und beurteilt werden…..“

Sakristei an St. Christophorus bekommt keinen Denkmalschutz

Die Zukunft der Sakristei ist ungewiss. © Jörg Heckenkamp (A)

Die Frage einer Denkmalwürdigkeit resultiert aus dem schlechten baulichen Zustand der der alten Christophorus-Kirche vorgelagerten und durch einen gläsernen Gang verbunden Sakristei. Die Abdichtungen zwischen den Plexiglasbändern und den Metallwänden sind marode, Nässe dringt ein.

Offensichtlich ein Schaden, der nicht dauerhaft zu beheben, sondern vermutlich in Intervallen wieder auftaucht und nur mit hohen Kosten zu beheben ist. Daher kursieren durchaus Überlegungen in der Gemeinde, die sowieso kontrovers diskutierte Konstruktion ganz abzureißen.

Bürgerantrag pro Denkmalschutz für die Sakristei

Als diese Überlegungen bekannt wurden, hatten der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende Heinz Polmann und der ehemalige Baudezernent Joachim Kupczik einen Bürgerantrag bei der Stadt auf Unterschutzstellung gestellt. Beide hatten sich damals für den Bau des Objektes starkgemacht. „Diesen Antrag haben wir als Untere Denkmalbehörde dann nach Münster zur Denkmalbehörde weitergeleitet“, sagt Wernes Denkmalpflegerin Petra Göbel auf Anfrage.

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Die Antwort liegt, wie gesagt, nun vor. Damit stünde einem Abriss zumindest aus denkmalpflegerischer Sicht nichts im Wege. Die Initiatoren des Antrages glauben allerdings, dass ein solcher Schritt dem Kirchenvorstand nun viel schwerer fallen dürfte, denn: „Die Denkmalbehörde bescheinigt der Sakristei einen hohen künstlerischen Anspruch und sprich von einem ‚interessanten, zeitgenössischen Bauwerk‘“, sagt Heinz Polmann auf Anfrage. Er sei mit dieser Aussage sehr zufrieden, auch wenn es nicht zum Denkmalschutz gekommen sei.

Das Argument der Gemeinde, die Sanierung sei sehr teuer, kann er nicht nachvollziehen, daran sei man zum Teil selbst Schuld: „So, wie die Sakristei jetzt dasteht, ist sie nicht auf dem notwendigen Stand gehalten worden, ob Schimmel oder Nässe.“

Denkmalpflegerin Petra Göbel warnt vor übereilten Beschlüssen: „Das ist ein sensibles Thema, darüber sollte man in Ruhe nachdenken, um die richtige Lösung für die Zukunft zu finden.“

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