SPD in Mülheim legt Kranz nieder für die Opfer von „Verschissmuss“

Eklat am Volkstrauertag

Riesiger Eklat am Volkstrauertag in Mülheim/Ruhr: Die SPD legte einen Kranz nieder, auf dem sie der Opfer von „Verschissmuss“ gedachte. Ein peinlicher Schreibfehler - oder sogar noch mehr?

Mülheim

, 18.11.2019, 09:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
SPD in Mülheim legt Kranz nieder für die Opfer von „Verschissmuss“

Der Kranz der SPD in Mülheim sorgte für einen Eklat. Dann wurde ein Teil der Schleife abgeschnitten. © Karla

Aufregung in Mülheim-Dümpten: Zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Faschismus wollten die Genossen einen Kranz zum Volkstrauertag niederlegen. Statt Faschismus aber stand „Verschissmuss“ auf der Schleife des Kranzes, den die Genossen am Samstag (16.11.) - einen Tag vor dem Volkstrauertag - am Mahnmal in Mülheim-Dümpten aufhängten.

Im Netz geisterten schnell Spekulationen über Fake-News und Bildmanipulationen herum. Aber das Foto und die Nachricht von dem Kranz sind echt. Die SPD in Mülheim distanzierte sich schnell von der Geschmacklosigkeit - der Teil der Schleife wurde abgeschnitten.

SPD vermutet einen gezielten Sabotageakt

Doch eine Frage bleibt: Wie kann so etwas passieren? Die SPD geht nun mit einem Rechtsbeistand dem Verdacht nach, ob es sich um einen Sabotageakt handelt. In einem langen Facebook-Post erklärte die Partei den Hintergrund.

Die SPD habe den Kranz wie immer in einer Gärtnerei in Auftrag gegeben, mit der sie schon seit Jahren zusammenarbeite, heißt es da. Diese arbeite aber seit einem Jahr mit einer neuen Schleifendruckerei aus Essen zusammen.

Im Facebook-Post heißt es weiter: „Die Essener Firma erklärte gegenüber der Gärtnerei-Mitarbeiterin, man habe aus dem ,F‘ ein ,V‘ herausgelesen und „sich nichts weiter gedacht. Dies erklärt jedoch für uns nicht die falsche doppelte Verwendung von ,SS‘ im Neologismus ,Verschissmuss‘. Eine Fehlereinsicht und plausible Erklärung können wir leider nicht wahrnehmen. Der Glaube an die bloße Naivität einer professionellen Druckerei reicht uns nicht.“

Ironischerweise könne man nachvollziehen, dass jemand „Faschismus“ mit „verschissen“ gleichsetze und würde sich freuen, wenn der Fehler auf diese Freudsche Fehlleistung zurückzuführen ist, so die SPD Mülheim weiter. Sie hat jedoch jetzt rechtliche Schritte eingeleitet.

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