SPD fordert Ausweitung des Projekts „Wegweiser“

Die SPD-Opposition im Landtag schlägt eine Ausweitung des erfolgreichen Salafismus-Präventionsprojekts „Wegweiser“ auf sämtliche Formen des Extremismus vor. Bisher konzentriert sich das von der rot-grünen Vorgängerregierung in Nordrhein-Westfalen initiierte Programm auf die Bekämpfung des islamischen Extremismus. Aber auch die Nachfrage nach Präventionsangeboten in Bereichen wie dem Rechts- oder Linksextremismus nähmen zu, teilte SPD-Fraktionsvize Sven Wolf am Mittwoch mit.

28.08.2019, 17:13 Uhr / Lesedauer: 1 min

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) kündigte an, eine mögliche Ausweitung des Projekts genau anzuschauen. Es müsse geprüft werden, ob es wirklich sinnvoll sei, unterschiedliche Extremismusarten unter einem „Präventionszentrums“-Dach zu vereinen. Außerdem müsste ein solches Vorhaben natürlich auch solide finanziert werden, sagte Reul.

Bis Ende 2018 seien mehr als 800 betroffene Jugendliche zum Thema gewaltbereiter Salafismus im Projekt „Wegweiser“ beraten worden. Davon hätten sich in 330 Fällen längerfristige Beratungen ergeben. 80 bis 90 Prozent dieser Fälle hätten laut Verfassungsschutzbericht einen positiven Verlauf genommen. „Wegweiser“ soll Radikalisierungsprozesse bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen bereits in ihren Anfängen verhindern.

Oftmals seien soziale Faktoren Ursache für Radikalisierung, sagte Wolf. Teilweise sei es sogar vom Zufall abhängig, in welchen Extremismus ein junger Mensch abgleite. Daher mache es Sinn, Präventionsmaßnahmen übergreifend einzurichten. Eine Ausweitung würde laut Wolf auch dem Vorwurf entgegenwirken, man sei „auf dem rechten Auge blind“ oder stigmatisiere Muslime.

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