SPD-Kandidaten präsentieren sich vor 1500 Mitgliedern

Bald haben es die sieben Kandidatenpaare für den SPD-Parteivorsitz geschafft: Noch zwei Regionalversammlungen, dann dürfen die Mitglieder über die Spitze abstimmen. Ermüdungserscheinungen zeigten die 14 Kandidaten am Sonntag bei der 21. Versammlung aber nicht.

06.10.2019, 14:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
SPD-Kandidaten präsentieren sich vor 1500 Mitgliedern

Mehrere Kandidaten für den SPD-Vorsitz sitzen bei der Regionalkonferenz in Duisburg auf der Bühne. . Foto: Roland Weihrauch/dpa

Kämpferisch, engagiert und nicht ohne Humor haben sich die sieben Kandidatenpaare für den SPD-Parteivorsitz am Sonntag in der früheren SPD-Hochburg Duisburg vor rund 1500 Parteimitgliedern präsentiert. Es war die 21. von bundesweit 23 Regionalkonferenzen, bei denen sich Mitglieder einen persönlichen Eindruck von den Kandidaten machen konnten. Die letzten beiden Regionalkonferenzen sind am 10. Oktober in Dresden und am 12. Oktober in München geplant. Eine Mitgliederbefragung unter allen Mitgliedern soll anschließend die Favoriten für den neuen Vorsitz bestimmen.

„Ich finde die Entscheidung nicht leicht“, sagte eine 58-Jährige aus Moers nach der zweieinhalbstündigen Veranstaltung. „Inhaltlich sind die Unterschiede gar nicht so groß“, meinte sie. Ein 22-Jähriger aus Köln fand die Versammlung „sehr informativ“. „Es ist sehr schwierig für mich, jetzt jemanden zu wählen.“ In seiner Entscheidung bestärkt hat die Kandidatenrunde dagegen einen 62 Jahre alte Mann aus Herne. „Ich weiß immer noch, wen ich wählen werde.“

Wie schon in den bisherigen Verstaltungen konnten die Kandidaten ihre Positionen in einer Vorstellungsrunde, einer Gesprächsrunde mit Moderator und in ihren Antworten auf live gestellte Fragen der Mitglieder deutlich machen. Die Kandidatenpaare bekräftigten dabei ihre bekannten Positionen: So sprach sich etwa Bundesfinanzminister Olaf Scholz für einen Mindeststundenlohn von zwölf Euro aus. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach forderte vehement das Ende der großen Koalition.

Der frühere NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans bemängelte, dass in Berlin immer schon mit einem Kompromissvorschlag in die Koalitionverhandlungen gegangen werde. Dem hielt die brandenburgische SPD-Politikerin Klara Geywitz, die im Tandem mit Scholz antritt, entgegen: Man dürfe den Kompromiss nicht verächtlich machen.

Die Mitglieder stellten auch immer wieder Fragen zu den Vorstellungen der Kandidaten zur Parteistruktur. Die frühere NRW-Familienministerin Christina Kampmann, die mit Europastaatsminister Michael Roth antritt, forderte ein Drittel Kommunalpolitiker im Parteivorstand: „Die wissen, wo der Schuh drückt.“

Für große Heiterkeit und begeisterten Applaus sorgte am Ende der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius, der mit verstellter Stimme die frühere Parteilegende Willy Brandt auferstehen ließ. Er imitierte ihn mit den Worten: „Liebe Genossinnen und Genossen. Wir wollen gute Nachbarn sein - nach innen und nach außen.“

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