Rusada: Einspruch gegen Olympiasperre abgeschickt

Russland hat offiziell Einspruch gegen die neuen Sanktionen der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada und die damit verbundene Olympiasperre für Tokio 2020 und Peking 2022 eingelegt. Der Brief sei nun abgeschickt, sagte der Chef der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada, Juri Ganus, in Moskau.

27.12.2019, 13:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rusada: Einspruch gegen Olympiasperre abgeschickt

Die Rusada geht zieht wegen der Olympiasperre vor den Cas. Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Ihm sei nichts anderes übrig geblieben. „Ich konnte ihn ja nicht nicht abschicken“, sagte Ganus der Deutschen Presse-Agentur. Er hält das russische Vorgehen gegen die Sanktionen der Wada für aussichtslos. Die Dokumente sollten bis Dienstag bei der Wada sein, sagte er. Danach werde das Gerichtsverfahren vorbereitet.

„Die Verhandlung könnte im April, Mai 2020 abgeschlossen werden, wenn es nicht zu schwierigen technischen Expertisen kommt“, sagte Ganus. Die Sanktionen träten erst nach einer Entscheidung des Gerichts in Kraft. Seine Behörde wolle nach den Neujahrsferien im Januar damit beginnen, die für die Olympischen Spiele in Tokio infrage kommenden russischen Sportlern auf Doping zu testen. Gleichwohl sei es möglich, dass die Athleten keine Starterlaubnis erhalten.

Das Rusada-Aufsichtsgremium hatte den Einspruch bei der Wada bereits am Donnerstag vor einer Woche beschlossen. In dieser Woche bestätigte das Nationale Olympische Komitee (NOK) diese Linie. NOK-Chef Stanislaw Posdnjakow forderte Ganus am Dienstag in Moskau auf, den Brief bis Freitag abzusenden. Russland werde sich von der Schweizer Wirtschaftskanzlei Schellenberg Wittmer vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas vertreten lassen, sagte Posdnjakow.

Allerdings sieht Rusada-Chef Ganus keine Erfolgschancen. Er hält die Wada-Vorwürfe wegen einer Manipulation von Sportler-Daten aus dem Moskauer Analyse-Labor für erwiesen. Seine Position habe er auch in einem Begleitbrief für den Einspruch an die Wada deutlich gemacht. Moskauer Ermittler und die sportpolitische Führung in Moskau dagegen sehen in den neuen Wada-Sanktionen eine politische Kampagne gegen Russland.

Die Strafmaßnahmen verbieten russischen Sportlern etwa die Teilnahme an den Olympischen Spielen für die kommenden vier Jahre. NOK-Chef Posdnajkow bekräftigte in Moskau, Russland werde dafür kämpfen, dass die Athleten unter russischer Flagge starten dürfen.

Weitere Meldungen