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Ruhrtriennale: Stück über Afrika im Ersten Weltkrieg

Industriebauten werden bei der Ruhrtriennale zur Theaterbühne. Ministerpräsident Laschet aber hat abgesagt. Der Grund ist der Umgang der Triennale-Intendantin mit einer Pop-Band, die für einen Boykott Israels ist.

09.08.2018

In Duisburg beginnt heute Abend die Ruhrtriennale. Das Kulturfestival in den imposanten Industriebauten des Ruhrgebiets wird in diesem Jahr erstmals von der Dramaturgin Stefanie Carp geleitet, die als Intendantin für drei Jahre verpflichtet wurde. Schwerpunkt des Programms sind Migration und Vertreibung, die aber nicht aus der europäischen Perspektive erzählt werden.

Zur Eröffnung kommt das Stück „The Head and the Load“ („Der Kopf und die Last“) des südafrikanischen Künstlers William Kentridge auf die Bühne. In der Großproduktion geht es um die Rolle Afrikas im Ersten Weltkrieg. Das Drama wird in Duisburg in der Kraftzentrale im Landschaftspark Nord aufgeführt.

In den vergangenen Wochen war die Ruhrtriennale wegen ihres Umgangs mit Antisemitismus in die Schlagzeilen geraten. Anlass war die Wiedereinladung der schottischen Pop-Band „Young Fathers“ durch Carp. Zuvor war die Band ausgeladen worden, weil sie sich nicht von der Bewegung BDS distanzieren wollte, die für einen Boykott Israels eintritt. Schließlich sagte die Band von sich aus ab.

Das Hin und Her hatte Kritik ausgelöst. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat abgesagt. Jüdische Landesverbände und auch die israelische Botschaft in Berlin äußerten sich kritisch.

Bei dem Festival sind bis zum 23. September mehr als 30 Produktionen und 120 Aufführungen geplant. Über 900 Künstler aus 30 Ländern treten an 17 Spielstätten auf. Darunter sind zahlreiche stillgelegte Industrieanlagen im Ruhrgebiet wie etwa ein Stahlwerk oder eine Steinkohlenzeche.

Das Land Nordrhein-Westfalen zahlt mit 12,65 Millionen Euro jährlich den größten Teil des Festivalbudgets. Voriges Jahr waren insgesamt rund 80 000 Besucher gekommen: Bei den Aufführungen waren rund 34 000 Zuschauer dabei. Veranstaltungen mit freiem Eintritt hatten weitere 45 000 Gäste.

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