Ruhrbischof Overbeck ruft zur „ökologischen Umkehr“ auf

Der Klimawandel war das große Thema dieses Jahres - und beschäftigt auch den einen oder anderen Bischof in seiner Weihnachtspredigt. Dabei steht der Appell für Klima-Engagement neben der Warnung vor Endzeitstimmung.

24.12.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ruhrbischof Overbeck ruft zur „ökologischen Umkehr“ auf

Bischof Franz-Josef Overbeck hebt die Hände in die Höhe beim Gestikulieren. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

Zu einem umweltverträglichen Lebensstil ruft der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck in seiner Weihnachtsbotschaft auf. „Friede auf Erden“, wie er im Mittelpunkt der Weihnachtsbotschaft stehe, sei nur zu erreichen, wenn die Schöpfung geachtet werde, sagte der Ruhrbischof nach einer Mitteilung des Bistums Essen. Ein Christ lebe als Mensch der Hoffnung, betonte Overbeck. „Daraus ergeben sich wichtige spirituelle Aspekte, die uns einladen, einen neuen Lebensstil einzuüben, um die gesamte Schöpfung im besten Sinne des Wortes als Umwelt zu verstehen, mit der wir in ein Bündnis eintreten, wenn wir es mit der ökologischen Umkehr ernst meinen.“

Die Jugendbewegung „Fridays for Future“ und das Engagement von Greta Thunberg aus Schweden zeige, dass es hier um die Lebensthemen der jungen Generation gehe, „auch wenn manche danach fragen, warum sie so apokalyptisch intoniert“ würden. Overbeck warnte in diesem Zusammenhang vor einer Endzeitstimmung.

Der Aachener Bischof Helmut appellierte an die Gläubigen, sich nicht durch Vordergründiges wie zum Beispiel massenhafte Weihnachtsgrüße oder das Bemühen um ein perfektes Weihnachtsessen vom Wesentlichen ablenken zu lassen. Nicht ablenken lassen dürfe man sich zum Beispiel vom „Nicht-von-der-Stelle-Kommen der Energiewende und des Kohleausstiegs“.

Dieser kritisierte eine zunehmende Radikalisierung. Es werde immer lauter und unverschämter in den öffentlichen Auseinandersetzungen. Präsidenten und Regierungschefs kämen mit Lügen und immer dreisteren Behauptungen durch und würden deshalb sogar gewählt, eben „weil sie draufhauen, weil sie alles durchziehen, was sie gelogen haben“.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hob in seiner Weihnachts- und Neujahrsansprache das Verbindende zwischen Christen und Muslimen hervor. Er zitierte Papst Franziskus, der in seiner letzten Weihnachtsansprache dazu aufgerufen habe, die „Bande der Brüderlichkeit“ wiederzuentdecken, „die uns als Menschen einen und alle Völker verbinden“. Verschiedenheit sei kein Schaden, sondern eine Bereicherung.

Der Islam hebe die Würde des Menschen und die Besonderheit der Schöpfung hervor, betonte Mazyek. Im Koran heiße es: „Wir haben die Kinder Adams mit Würde ausgestattet.“ Mazyek folgerte: „Dies bedeutet, dass jeder Mensch vom Schöpfer allen Seins mit identischer Würde ausgestattet worden ist, ganz gleich ob er religiös ist oder nicht.“

Weitere Meldungen
Meistgelesen