Rohre für hohe Präzisionsansprüche

100 Jahre Wiederholt

Produkte von Vincenz Wiederholt kann der Normalverbraucher nicht kaufen. Und doch sind die Chancen groß, dass er sie benutzt - zum Beispiel als Bauteil des Stoßdämpfers im Auto.

12.04.2019, 16:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rohre für hohe Präzisionsansprüche

Ein Luftbild mit Blick auf das Wiederholt-Werk im Jahr 1957. © Gemeindearchiv Holzwickede

Die Vincenz Wiederholt GmbH ist einer der größten Arbeitgeber in der Region und eines der traditionsreichsten Unternehmen in Holzwickede. Vermutlich im Februar 1919 gründeten Hugo Mayweg und Friedrich Vincenz Wiederholt die „Mayweg & Wiederholt Metallwarenfabrik“ - und zwar genau dort, wo das Werk noch heute zu finden ist. Die beiden Gründer schlugen dort übrigens schon das zweite Kapitel industrieller Nutzung auf. Ihr Grundstück war zuvor Standort der Zeche Freiberg, an die heute noch der Freiberger Weg erinnert. Nach dem Ausstieg von Hugo Mayweg war Wiederholt ab 1935 alleiniger Inhaber und Namensgeber. Ein inhabergeführtes Unternehmen blieb das Werk auch über Wiederholts Tod im Jahr 1963 hinaus. Seine Tochter Helga Becker führte es bis zur Übernahme durch die US-amerikanische PTC Alliance. Heute gehört Wiederholt der bayrisch-thüringhischen Schmitter Group, hinter der wiederum die chinesische Zhongding Holding steht.

Wiederholt sieht sich als führender Hersteller von Präzisionsstahlrohren. Ausgangsstoffe für die Produktion kommen als Bandstahl fertig ins Werk. Wiederholts Stärke besteht darin, aus diesem Material Rohre zu ziehen, die die Ansprüche der Abnehmer in Sachen Oberflächenbeschaffenheit, Durchmesser, Wandstärke und Formgenauigkeit präzise treffen. 80 Prozent der Produktion gehen in Form von Rohren, Profilen und Komponenten in die Automobilindustrie. Andere Abnehmer stammen zum Beispiel aus dem Maschinenbau. Aktuell arbeiten für Wiederholt 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Pro Woche leisten sie 15 Schichten.

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