Zweiter Trainerwechsel in Liga zwei: Dutt beurlaubt

Der VfL Bochum trennt sich nach nur vier Spieltagen von Trainer Dutt. Der 54-Jährige hatte sich nach dem 3:3 gegen Wehen Wiesbaden selbst infrage gestellt. Offensichtlich hatte der frühere DFB-Sportdirektor den Rückhalt bei seinen Spielern verloren.

26.08.2019, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der zweite Trainerwechsel in der 2. Fußball-Bundesliga ist nach nur vier Spieltagen perfekt und wirft Fragen auf. Der VfL Bochum und Robin Dutt gehen fortan getrennte Wege.

Interimsweise sollen zunächst Heiko Butscher, Peter Greiber und Oliver Barth aus Dutts bisherigem Trainerteam den schlecht gestarteten Traditionsclub auf das Spiel beim VfB Stuttgart in einer Woche vorbereiten. Offenbar erst danach soll die grundsätzliche Nachfolge geklärt werden.

„Wir haben heute erstmal die aktuelle Situation aufgearbeitet. Deshalb bitte ich auch um Verständnis, dass ich zu einem möglichen neuen Trainer heute noch nichts sagen kann“, sagte Bochums Sportvorstand Sebastian Schindzielorz wenige Stunden nach der „sofortigen Beurlaubung“ vom 54 Jahre alten Dutt.

Der bisherige Trainer und der Club schilderten die Trennung unterschiedlich. Demnach sei Dutt selbst zu einer weiteren Zusammenarbeit bereit gewesen, obwohl er sich selbst nach dem 3:3 am Samstag gegen Wehen Wiesbaden nach 0:3-Pausenrückstand infrage gestellt hatte. „Am Wochenende hatte ich der Geschäftsführung und dem Präsidium in konstruktiven Gesprächen Vorschläge für eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit gemacht. Die Antwort darauf blieb aber bis zur mir gegenüber nicht begründeten Freistellung heute Nachmittag aus“, schrieb Dutt im Internet bei Instagram und fügte bei Sky hinzu: „Ich akzeptiere die Freistellung zu 100 Prozent. Ich werde Bochum in guter Erinnerung behalten. Es ist ein wunderbarer Verein, wo Fußball gelebt wird. Ich habe es sehr genossen und finde es schade, wie es geendet ist.“

Nach einigen intensiven Gesprächsrunden am Sonntag und am Montag habe Dutt sich einem weiteren Treffen mit dem Präsidium verweigert, hieß es dagegen vom VfL. Offensichtlich folgte daraufhin der Beschluss, sich sofort von ihm zu trennen: „Im Gesamtzusammenhang kommt der VfL zu dem Ergebnis, dass die Mannschaft dem Trainer nach den Vorgängen des Wochenendes und seinem öffentlichen Statement nicht mehr weiterhin vorbehaltlos gefolgt wäre. An dem Punkt ist der VfL zu der Überzeugung gekommen, dass das Team einen neuen Impuls braucht.“

Dutt ist nach Daniel Meyer bei Erzgebirge Aue vor gut einer Woche der zweite Zweitligatrainer, der früh in der Saison abgelöst wird. Am Samstag hatten die Bochumer nach einem 0:3 zur Pause gegen den bis dahin punktlosen Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden beim 3:3 zwar noch einen Zähler geholt. Allerdings hinkt der Traditionsclub aus dem Ruhrgebiet mit nur zwei Punkten den Ansprüchen weit hinterher.

Anschließend war es zu einer viel beachteten Pressekonferenz gekommen. „Wenn meine Mannschaft so auftritt wie in der ersten Halbzeit, zum Teil wirklich schlecht spielt, dann haben wir Fehleinschätzungen gemacht. Der Verein kann nicht mit einem angezählten Trainer in die nächsten Wochen gehen“, hatte Dutt gesagt.

Der VfL sprach von einem „völlig überraschenden“ Vorgang des Trainers, der bis dahin immer das Vertrauen gehabt habe. Allerdings hatte Torhüter Manuel Riemann interne Probleme offenbart und die Autorität des Trainers untergraben, indem er nach dem Spiel am Samstag öffentlich behauptet hatte, zusammen mit Kapitän Anthony Losilla in der Halbzeitpause die Taktik für die Aufholjagd in der zweiten Hälfte ausgegeben zu haben. Zudem berichtete Riemann über nicht geahndete Verfehlungen einiger Mitspieler.

Für Dutt war der Job in Bochum die vierte Trainerstation im deutschen Profifußball. Zuvor stand er bereits beim SC Freiburg, Bayer Leverkusen und Werder Bremen unter Vertrag. Kurzzeitig war er außerdem Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).

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