Rauchmelder lösen Diskussion aus - sind sie auch im Keller sinnvoll?

dzBrandschutz

Brennt‘s da im Keller? Ein Rauchmelder könnte hier die Rettung in der Not sein. Oder ist er eher Fluch als Segen? Das sagen die Lüner Feuerwehr und Wohnungsgesellschaften dazu.

von Ameli Uszball

Lünen

, 31.08.2019, 05:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Lüner haben eine Waschmaschine oder einen Trockner im Keller stehen: zwei Geräte, die hitzeanfällig sind und auch Feuer fangen können. Doch einen Rauchmelder findet man in den wenigsten Kellern.

Dabei sagt Stephan Dörnbrack, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Lünen: „Je nach Nutzung der Kellerräume kann das Anbringen von Rauchmeldern sinnvoll sein, um gegebenenfalls Werte zu schützen.“ Eine schlechte Idee ist der zusätzliche Rauchmelder also nicht. Aber wie sieht die Gesetzeslage aus? Ist man verpflichtet auch den Keller mit Rauchmeldern auszustatten?

Der städtische Pressesprecher Benedikt Spangardt sagt klar „Nein“. Lediglich Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege führen, müssen ausgestattet sein. Allerdings zählt zu diesen Fluren und Treppenhäusern auch das Kellergeschoss. Noch dazu muss das Kellergeschoss mindestens mit feuerhemmenden, rauchdichten und selbstschließenden Türen vom Treppenhaus getrennt werden, heißt es in der Bauordnung des Landes NRW.

Wohnungsgesellschaft sieht Gefahr

Man muss laut Gesetz also nur das Treppenhaus, das in den Keller führt, schützen. Jeder weitere Rauchmelder wäre ein freiwilliger Zusatz. Die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) hat sich dementsprechend gegen den Einbau von Rauchmeldern im Keller entschieden.

Als Begründung nennt Christian Menke die hohe Störanfälligkeit im Keller, die zum Beispiel durch hohe Regale oder Wasserdämpfe droht. Die Regale können dafür sorgen, dass der Rauchmelder abgedeckt wird, wodurch der Rauch eventuell nicht wahrgenommen werden kann: „Diese äußeren Einflüsse sind von uns nicht kontrollierbar“, so Menke. Deswegen würden lediglich die Wohnungen mit Rauchmeldern ausgestattet.

Außerdem könne der Rauchmelder eine Gefahr für die Bewohner darstellen, da das Signal entweder nicht gehört würde oder dazu veranlassen könne, in den Keller zu gehen, um das Signal zu lokalisieren - wodurch man im Ernstfall in die gefährliche Brandzone gelange.

Jedoch fügt Menke hinzu, dass die Rauchmelder im Keller Sinn machen würden, wenn man alle vorhandenen im Haus miteinander vernetze. Dies erfordere allerdings eine neue Technik.

Die Wohnungsgesellschaft Vivawest sieht das ganze ähnlich: „Die Montage von Rauchwarnmeldern in Kellerräumen, die im Regelfall nicht bewohnt sind und als Abstellräume dienen, ist nicht vorgesehen“, so der Pressesprecher Gregor Boldt. Auch er sieht eher die Nachteile wie Fehlalarm und wegen Kellerdecken und Brandabschnittstüren gar nicht erst wahrgenommene Warnsignale. Vivawest entscheidet sich wie die WBG dafür, nur in den Wohnungen und Fluchtwegen Rauchmelder anzubringen.

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