Rathaus verwandelte sich in ein Gespensterschloss

Vorlesetag

Wenn 300 Kinder plötzlich im Foyer des Rathauses auftauchen, um sich zu gruseln, dann ist Vorlesetag. Und bei der Krimi-Nacht gab es nicht nur Lesungen, sondern auch andere Aktionen.

Schwerte

, 17.11.2018, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rathaus verwandelte sich in ein Gespensterschloss

Der Literaturkurs des Ruhrtal-Gymnasiums las seine Texte mit Geräuschen als Untermalung. © Bernd Paulitschke

Fast echte Spinnennetze bedeckten die Wände im Treppenhaus, die nur spärlich beleuchtet waren. Vor dem großen Ratssaal war ein mysteriöser Tatort aufgebaut und unter dem Dach gab es einen Raum mit Liegestühlen. Zur ersten Kriminacht im Rathaus hatten sich Judith Bäcker und ihr Team aus zahlreichen freiwilligen Helfern eine stimmige Kulisse aufgebaut.

Schon zu Beginn nahezu 300 Kinder im Rathaus

Und die Mühe hatte sich gelohnt, denn pünktlich um 16 Uhr am Freitag standen schon nahezu 300 Kinder erwartungsfroh im Rathaus-Foyer. Und das, um aus Büchern vorgelesen zu bekommen. Manche waren mit ihren Eltern da, andere hatten die Eltern hierhergebracht, um sie dann alleine von Lesestation zu Lesestation zu schicken. Alle bekamen zu Beginn ihren Detektivausweis, auf dem man nachsehen konnte, für welche Altersstufe, welche Lesung gedacht war. Denn schließlich war es eine Krimi- und Gruselnacht, die auch echte Gruselgeschichten zu bieten hatte.

Wie zum Beispiel bei der Lesung von Peter Blaschke. Der Sozialarbeiter hatte sich mit Mantel und Filzhut zum Vagabunden ausstaffiert, um die Originalversion von Hänsel und Gretel vorzulesen. Die war in ihrer Wortwahl deutlicher als die später für Kinder überarbeitete Fassung des Märchens.

Bürgermeister las aus Harry Potter

Bürgermeister Dimitrios Axourgos las aus dem ersten Band der Harry-Potter-Reihe über den Zaubertrankunterricht bei Professor Snape. Direkt neben seinem Leseplatz lauerte eine große Spinne aus Pappmaschee.

Auch ein echter Autor war unter den Vorlesern. Frank Maria Reifenberg las aus seinem Roman „Lenny unter Geistern“, mit fast echten Gespenstern an der Wand.

Doch überwiegend waren es Freiwillige, die sich zum Teil große Mühe gegeben hatte, wie die Schüler, aus dem Literaturkurs des Ruhrtal-Gymnasiums, die mit verteilten Rollen aus den „Drei Fragezeichen“ lasen und das ganze mit Geräuschen untermalt hatten.

Helfer schmückten zwei Tage lang

Organisatorin Judith Bäcker, die mit schwarzer Perücke und weiß geschminktem Gesicht, Kindern und Eltern den Ablauf des Abends erklärte, war mehr als zufrieden mit dem Erfolg der Kriminacht im Rathaus. „Mit so vielen Teilnehmern hätten wir nicht gerechnet“, sagte sie.

Zwei Tage hatte die Helfer das Rathaus geschmückt. Der Kindergarten in Villigst steuerte 100 von Hand ausgeschnittene Spinnen bei. Die Bundeswehr überlies dem Jugendamt ein Tarnnetz für diese Aktion.

Während zur vollen Stunde auf allen Fluren des Rathauses gelesen wurde, konnte man zur halben Stunde an kleinen Spielen teilnehmen, Basteln oder sich aus als Jury beim Büchercasting der Stadtbücherei beteiligen. Die hatte Jugendbücher mitgebracht, unter denen die Kinder ihre Favoriten bestimmen durften.

Und im Gruft-Café, das im Bürgersaal aufgebaut war, gab es sogar eine Schmöker-Ecke für die Eltern.

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