So verlief die Debatte über die Schließung des Lehrschwimmbeckens

Aus für Lehrschwimmbecken

Nach einstündiger Diskussion im Stadtrat war klar: Alle Bemühungen zum Erhalt des Lehrschwimmbeckens haben nichts genutzt. Der Stadtrat stimmte mit 21 zu 16 Stimmen für das Ende des Bades.

Werne

, 05.12.2018 / Lesedauer: 3 min
So verlief die Debatte über die Schließung des Lehrschwimmbeckens

Der Protest der Stockumer hat nichts genutzt. © Mario Bartlewski

Damit steht nun fest: Das Lehrschwimmbecken Stockum stellt mit Beginn der Sommerferien 2019 seinen Betrieb ein. Was mit der Immobilie passiert, ist noch unklar. Schulen und Vereine, die bis dato in Stockum das Becken nutzen, bekommen Zeiten im neuen Solebad. Das soll noch vor den Osterferien 2019, also Mitte April, öffnen.

Gut 80 Besucher verfolgen Debatte um das Lehrschwimmbecken

In den vergangenen Jahren gab es kaum eine Ratssitzung, die so gut besucht war. Rund 80 Zuhörer nahmen am Mittwoch, 5. Dezember 2018, auf den Besucherstühlen Platz. Auf einem Transparent machten sie ihrem Unmut über die Familienunfreundlichkeit einer Schließung Luft.

So verlief die Debatte über die Schließung des Lehrschwimmbeckens

Bürgermeister Lothar Christ gelang es, den Unmut der Bürger mit den Regularien für eine geordnete Ratssitzung unter einen Hut zu bekommen. © Mario Bartlewski

Wenige Minuten nach Eröffnung der Sitzung um 17.30 Uhr im Alten Ratssaal rief Bürgermeister Lothar Christ den brisanten Tagesordnungspunkt auf. Geschickt verstand es das Stadtoberhaupt, den Unmut der Bürger mit den Regularien einer Stadtrat-Sitzung in Einklang zu bringen.

Zunächst erläuterte Reinhard Stalz die Position der Unabhängigen Wähler (UWW): „Wir möchten gesichert wissen, dass auch tatsächlich das neue Solebad alle Angebote aus Stockum übernehmen kann.“ Bis das feststehe, solle man das Stockumer Bad betriebsbereit halten, „also zum Beispiel bis Ende 2019“. Der Applaus der Zuschauer war ihm sicher.

Viel Beifall der Stockumer für den CDU-Antrag

Noch stärkeren Beifall erntete Willi Jasperneite. Der CDU-Fraktionschef, selbst Stockumer, setzte sich in einem flammenden Appell für „den dauerhaften Erhalt“ des LSB ein. Sein vermeintlicher Hebel dafür: ein Landesförderprogramm, das die Sanierung von Schwimmbädern mit bis zu 90 Prozent fördere. Den Sanierungsstau von gut einer Millionen Euro könne man dadurch elegant auflösen.

So verlief die Debatte über die Schließung des Lehrschwimmbeckens

In dieser Sekunde ist das Aus für das LSB in Stockum beschlossene Sache. Es findet sich eine Mehrheit von 21 zu 16 Stimmen für die Schließung. © Jörg Heckenkamp

Allerdings blieben dann noch die Betriebskosten von gut 100.000 Euro jährlich. Außerdem sei dieses Programm „vier mal überzeichnet“, sagte Claudia Lange von der FDP. Bedeutet: Es liegen vier Mal höhere Förderwünsche vor, als Geld zur Verfügung steht. Und Werne hat seinen Antrag noch nicht einmal gestellt.

„Wir sind schon enttäuscht, das ist sehr schade.“
Sascha Ahnsehl, AG Lehrschwimmbecken Stockum

Die deutlichste Kritik am CDU-Antrag kam von der SPD. Dirk Pohl warf den Christdemokraten „Opportunismus und Populismus“ vor. Sie hätten bisher immer den Schließungs-Plänen für Stockum zugestimmt. Nun, wo sich Protest rege, schwenke die Fraktion um und „dramatisiert die Situation“. Pohl: „Es gibt keinen echten Bedarf für das Lehrschwimmbecken.“

Spätestens nach dem ebenfalls ablehnenden Statement der Bündnisgrünen war klar: ein Erhalt des Lehrschwimmbeckens ist nicht realistisch. Und so fanden nach rund einstündiger Debatte weder der Rettungs-Antrag der UWW noch der der CDU eine Mehrheit. Stattdessen beschloss eine Mehrheit von SPD, Grünen und FDP mit 21 zu 16 Stimmen das Aus des LSB.

Die Stockumer räumten danach schweigend und enttäuscht ihre Sitze. Sascha Ahnsehl von der Arbeitsgemeinschaft Lehrschwimmbecken meinte auf Anfrage: „Wir sind schon enttäuscht, das ist sehr schade.“ Er hätte sich zumindest einen Aufschub gewünscht, um noch einmal nachdenken zu können. Ahnsehl. „Der Antrag der UWW hätte uns schon gereicht.“

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