Radverkehr: Das haben Lüner Verkehrsexperten in der Partnerstadt gelernt

dzBesuch in den Niederlanden

Das Thema Radverkehr wird auch in Lünen immer wichtiger. Die Niederländer machen vor, wie man das Thema angeht. Gut, dass Lünens Partnerstadt Zwolle Besuchern gern von dem Erfolg erzählt.

Lünen

, 23.10.2018, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich beim Thema Radverkehr weiterbilden will, guckt am besten in die Niederlande. Gut, dass Lünen dort eine Partnerstadt hat. Und deswegen waren drei Lüner Verkehrsplaner auch Ende September zu einer Fachexkursion in Zwolle. Und haben interessante Einblicke gewonnen, die den Lünern am Ende zugute kommen sollen.

Wobei Fachdezernent Arnold Reeker die Erwartungen direkt dämpft. „Wir haben noch einen weiten Weg vor uns“, sagt er, und: „Wenn wir Änderungen für Radfahrer vornehmen, hat das Auswirkungen auf den fließenden Verkehr: Alles geht nicht.“

Plastik-Radweg

Die Lüner Verkehrsplaner haben in Zwolle erst eine Präsentation gesehen und sind dann drei Stunden mit ihren niederländischen Pendants durch die Stadt geradelt. Dabei erhielten sie die Möglichkeit, den weltweit ersten, aus recyceltem Plastik gefertigten Radweg zu begutachten – ein Projekt, das erst vor Kurzem in Zwolle realisiert wurde. Die Partnerstadt, sagt Verkehrsplaner Benjamin Köttendorf, ist etwas größer als Lünen, mit einigen Stadtteilen rund um die City, aber deutlich studentischer. In Zwolle, sagt er, habe man schon in den 70er-Jahren angefangen, den Radverkehr zu fördern. Mit vielen positiven Folgen für Radfahrer: „Aus den Stadtteilen führt die direkte Trasse immer mit dem Rad in die City. Die Autofahrer müssen einen Umweg fahren.“

Radverkehr: Das haben Lüner Verkehrsexperten in der Partnerstadt gelernt

Auf einem Radweg in Zwolle (v.l.): Wolfram Ernst, Robert Petras, Benjamin Köttendorf, Abteilung Mobilitätsplanung und Verkehrslenkung der Stadt Lünen, Arie de Bie und Andrea Freund, Verkehrs- und Grünberater der Stadt Zwolle. © Stadt Lünen

Außerdem seien Rad- und Autoverkehr viel häufiger getrennt als in Lünen, es gebe für Radfahrer dann halt Unterführungen oder Brücken an Kreuzungen. „Das“, sagt Köttendorf, „kommt am Ende auch dem Autoverkehr zugute.“

Neue Radstraßen

Was hat die Delegation an Inspiration für Lünen aus den Niederlanden mitgenommen? Zum Beispiel das Thema Fahrradstraßen. Das sind Straßen, die zwar auch Autos benutzen dürfen. „Der Radverkehr hat aber immer Vorrang“, sagt Reeker. Solche Fahrradstraßen gebe es schon in Lünen, etwa die Akazienstraße als Teil des Leezenpatts. Es sollen aber noch weitere entstehen. Konkret wird das schon bald auf der Gottfriedstraße, die teilweise als Fahrradstraße umgebaut wird. Es solle, sagt Reeker, künftig auch ein „besseres Angebot an Schutzstreifen“ für Radfahrer geben.

Klar ist aber auch: Immer nur Einzelmaßnahmen anzugehen, wird über kurz oder lang nicht reichen: „Wir werden uns in den nächsten Jahren ein gesamtstädtisches Mobilitätskonzept gönnen müssen“, sagt Reeker, „darin wird es um alle Verkehrsarten gehen. Um Radverkehr, um Autoverkehr und um Fußgänger, die mir häufig noch zu kurz kommen.“

Bis dahin will die Verwaltung aber nicht untätig bleiben. Die Kreuzung Konrad-Adenauer-Straße/Moltkestraße soll durch Veränderungen sicherer, der Leezenpatt anschließend „wieder auf Stand gebracht“ werden. Unterstützung gibt‘s für die Verkehrsplanungs-Abteilung künftig durch eine neue Stelle. „Die wird sich besonders mit dem Thema Lichtsignalanlagen – also Ampeln – befassen“, sagt Reeker.

Gegenbesuch geplant

Bis dahin waren die niederländischen Kollegen vielleicht auch schon zum Gegenbesuch in Lünen, der ist nämlich laut Köttendorf geplant. Eine gute Sache, findet Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns: „Diese Form der gelebten Städtepartnerschaft hat für Lünen einen enormen Mehrwert. Das Thema Verkehr und vor allem die Weiterentwicklung des Radwegenetzes ist für die Stadt sehr wichtig.“ Und weiter: „Wir profitieren hier von den Erfahrungen unserer niederländischen Partner und können so auch in Lünen neue Projekte vorantreiben.“

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