Nagelsmann will sich von Gisdol nicht überraschen lassen

RB-Trainer Julian Nagelsmann und Kölns neuer Coach Markus Gisdol kennen und schätzen sich seit vielen Jahren. Am Samstag kommt es in der Red Bull Arena zum Wiedersehen der Trainer-Freunde. Geschenke zum Gisdol-Einstand will Nagelsmann aber keine verteilen.

21.11.2019, 15:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wünsche von Julian Nagelsmann für Markus Gisdol kamen von Herzen. Doch der Trainer von RB Leipzig hofft, dass sein ehemaliger Chef erst nach dem Wiedersehen am Samstag (18.30 Uhr/Sky) die nötigen Punkte mit dem 1. FC Köln für den Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga einfährt. „Ich wünsche Markus viel Erfolg mit Köln, ab Sonntag kann er gern mit der Serie starten. Wir haben den Anspruch, das Heimspiel zu gewinnen“, sagte Nagelsmann am Donnerstag.

Der 50 Jahre alte Gisdol war am Dienstag als neuer Chefcoach beim Tabellenvorletzten vorgestellt worden. Nagelsmann arbeitete in der Saison 2012/13 für zwei Monate als Co-Trainer von Gisdol, der die Hoffenheimer damals vor dem Abstieg rettete. Seitdem pflegen beide ein freundschaftliches Verhältnis - und sind übereinander bestens informiert. „Ich kenne seine Philosophie und weiß ungefähr, was uns erwartet“, meinte Nagelsmann: „Markus' Idee vom Fußball steht ähnlich wie RB für Gegenpressing, schnelles Umschalten und er will schnell hinter die erste Kette kommen. Zudem fordert er von seinen Spielern immer wieder bestimmte Laufwege, die wir verteidigen müssen.“

Besonders eingeprägt hat sich beim Trainer des Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga aber eine andere Qualität von Gisdol, der die Kölner nach nur sieben Punkten aus den ersten elf Spielen vor dem Abstieg retten soll. „Vor allem seine Motivationsansprachen in der Kabine gehören zu den Dingen, die mir gut in Erinnerung geblieben sind“, erklärte Nagelsmann. „Ich habe gemerkt, dass diese Ansprachen etwas bewirken können.“

RB geht nach zuletzt vier Pflichtspielsiegen in Serie mit 20 geschossenen Toren die Partie gegen Köln mit entsprechend viel Selbstvertrauen an. „Es ist immer spannend, wie die Jungs aus der Länderspielpause kommen - die für die meisten sehr erfolgreich war. Wir müssen diesen Schwung mitnehmen“, forderte Nagelsmann.

Torjäger Timo Werner, der beim 6:1-Sieg der DFB-Elf am Dienstag gegen Nordirland nur auf der Bank saß, geht ausgeruht in das Duell mit Köln. Sollte der Stürmer am Samstag wie erwartet zum Einsatz kommen, wäre es sein 200. Bundesligaspiel. Laut dem Fachmagazin „Kicker“ wäre er mit 23 Jahren und 262 Tagen der jüngste Profi, der diese Marke jemals erreicht hat. Den aktuellen Rekord hält Frankfurt-Ikone Karl-Heinz Körbel. Klappt es für Werner zum Jubiläum auch noch mit einem Tor, wäre es sein 75. Treffer im Fußball-Oberhaus. Nur Dieter und Gerd Müller waren laut „Kicker“ beim Erreichen dieser Marke jünger.

Entspannt hat sich bei den Leipzigern die Situation im Abwehrbereich. Nagelsmann kann gegen Köln wieder mit Außenverteidiger Marcel Halstenberg planen. Der Nationalspieler hat seinen Muskelfaserriss im Oberschenkel auskuriert. „Marcel hat im Training einen sehr guten Eindruck gemacht, er war giftig und sehr befreit. Es sieht gut aus fürs Wochenende“, sagte Nagelsmann. Für Ibrahima Konaté und Nordi Mukiele kommt ein Einsatz noch zu früh, Kapitän Willi Orban fällt mit einem Knieschaden für den Rest der Hinrunde aus.

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