Teilgeständnis im Prozess um tödlichen Handtaschenraub

Im Prozess um einen tödlichen Raubüberfall in Krefeld hat der Angeklagte jegliche Gewaltanwendung bestritten. Er habe der 84-Jährigen lediglich die Handtasche aus ihrem Rollator gestohlen, ließ der 27-Jährige am Mittwoch beim Prozessauftakt am Krefelder Landgericht von seinem Verteidiger erklären. Daher sei ihm nur ein Diebstahl vorzuwerfen, aber kein Raub mit Todesfolge. Die Beute habe er für den Kauf von Drogen gebraucht.

05.06.2019 / Lesedauer: 2 min

Laut Anklage stellt sich die Tat anders dar: Der 27-Jährige habe der Seniorin Anfang Oktober vergangenen Jahres ihre am Rollator befestigte Handtasche geraubt. Dabei sei die 84-Jährige gestürzt und habe schwere Hirnblutungen erlitten. Zwei Wochen später starb sie. Der Täter habe das bewusstlose Opfer liegen gelassen und sei mit mehr als 500 Euro Bargeld geflüchtet. Die Handtasche warf er später in einem Park weg.

In der Handtasche war ein Fingerabdruck von ihm gefunden worden, der zu seiner Festnahme führte. Gegen einen mutmaßlichen jugendlichen Begleiter des 27-jährigen wird noch ermittelt. Angaben zu dem mutmaßlichen Komplizen wollte der Angeklagte nicht machen.

Seine Mutter habe das Bargeld damals abgehoben, um damit ihre Geburtstagsfeier zu bezahlen, sagte ihr 58-jähriger Sohn am Rande des Prozesses. Das Verfahren wird fortgesetzt.

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