Café-Betreiber räumt tödliche Schüsse auf Landsmann ein

Auf einer stark befahrenen Straße in Wuppertal fallen Schüsse. Ein von mehreren Kugeln tödlich getroffener Mann liegt auf der Fahrbahn. Nun hat ein 33-Jähriger gestanden, der Schütze gewesen zu sein.

27.11.2019, 03:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein Wuppertaler Café-Betreiber hat gestanden, aus seinem Auto heraus einen ehemaligen Freund erschossen zu haben. Beide seien sich zufällig in ihren Autos begegnet, sagte der 33-jährige am Dienstag beim Prozessauftakt am Wuppertaler Landgericht aus. Der Café-Betreiber ist wegen Totschlags angeklagt.

Das Opfer habe zuvor gedroht, ihn umzubringen und dann im Auto mit einer Waffe herumgefuchtelt. „Es ging unglaublich schnell“, erklärte der Angeklagte. Er habe seine Waffe durchgeladen, mehrfach geschossen und sei dann in Panik davongefahren.

Sieben Kugeln aus einer halbautomatischen Waffe wurden auf den 36-Jährigen abgefeuert, heißt es in der Anklage. Passanten hatten den blutüberströmten Mann anschließend gefilmt, der neben einem Auto auf der Fahrbahn lag und die Aufnahmen auf Youtube ins Internet gestellt. Der Mann erlag neun Tage später seinen Verletzungen.

Der Angeklagte sagte weiter aus, er kenne das Opfer schon aus Albanien. Sie seien sehr gute Freunde gewesen, hätten sich dann aber über Geld und Schulden zerstritten. Der 36-Jährige habe ihn außerdem in seinem Café vor seinen Gästen beschuldigt, mit Drogen zu tun zu haben und ein Polizeispitzel zu sein. „Du wirst heute sterben, ich schwöre bei meinen Kindern“, habe er ihm gedroht. Daraufhin habe er sich aus Furcht vor ihm eine Schusswaffe geliehen.

Das Opfer war bei dem sogenannten Drive-by-Shooting von mehreren Kugeln getroffen worden. Er hatte noch versucht, sich vor dem Kugelhagel in Sicherheit zu bringen. Der Tatort liegt an einer Kreuzung in der Nähe eines belebten Kneipenviertels.

Zeugen hatten die Schüsse gehört und die Polizei alarmiert. Auf dem Bürgersteig lag in unmittelbarer Nähe eine Pistole. Vor Gericht ließen sich Vater, Mutter, Bruder und Schwester des Opfers durch jeweils einen Anwalt als Nebenkläger vertreten. Das Gericht hat für den Fall zwölf Verhandlungstage eingeplant.

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