Prozess um misshandelte Flüchtlinge: Wachmann verurteilt

In Prozess um misshandelte Flüchtlinge in einem Heim in Burbach bei Siegen ist ein weiterer Wachmann verurteilt worden. Der 26-Jährige erhielt am Freitag beim Landgericht Siegen acht Monate Gefängnis auf Bewährung, wie ein Landgerichtssprecher berichtete.

30.08.2019, 15:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Prozess um misshandelte Flüchtlinge: Wachmann verurteilt

Richterhammer. Foto: Friso Gentsch/Archivbild

Der Angeklagte hatte demnach unter anderem zugegeben, in vier Fällen Flüchtlinge bei Verstößen gegen die Hausordnung in ein sogenanntes Problemzimmer eingesperrt zu haben. Außerdem räumte er ein, einem Flüchtling ohne Vorwarnung Pfefferspray in die Augen gesprüht zu haben, als dieser sich unter Missachtung der Hausordnung eine Zigarette anzündete. Das Urteil erging wegen Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung. Zu Gunsten des Angeklagten seien sein Geständnis und die Überforderung in der Situation gewertet worden, sagte der Sprecher.

Der Prozess um die Misshandlungen in der Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge dauert schon seit November 2018 - ein Ende ist nicht in Sicht. Über Monate hinweg sollen Wachleute und Betreuer Bewohner, die gegen Hausregeln verstießen, systematisch eingesperrt, immer wieder gedemütigt und gequält haben. In der Vergangenheit hatte das Gericht mehrere einzelne Verfahren abgetrennt, sofern die Angeklagten geständig waren und ihnen mildere und vor allem vorzeitige Urteile in Aussicht gestellt. Neun Personen wurden so bereits verurteilt, überwiegend zu Geldstrafen. Darunter war auch der Heimleiter - er erhielt eine Bewährungsstrafe von 15 Monaten.

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