Prozess um Dreifachmord Hille: Psychiatrisches Gutachten

Der Prozess um den Dreifachmord von Hille geht auf die Zielgerade. Am Dienstag stellt eine Expertin ihr Gutachten zu einem der beiden Angeklagten vor. Ist der ehemalige Zeitsoldat Kevin R. schuldfähig?

29.03.2019 / Lesedauer: 2 min
Prozess um Dreifachmord Hille: Psychiatrisches Gutachten

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/Archiv

Im Prozess um den Dreifachmord von Hille geht es heute im Landgericht Bielefeld um die Schuldfähigkeit des jüngeren der beiden Angeklagten. Nachdem der Prozess am Dienstag wegen der Erkrankung des anderen Angeklagten aufgeschoben worden war, stellt heute nun die forensische Psychiaterin Nahlah Saimeh voraussichtlich ihr Gutachten zu Kevin R. vor. Dabei ist ihre Einschätzung auch dazu gefragt, ob der 24-Jährige einen Hang zu Straftaten hat und bei einer Verurteilung deshalb eine Sicherungsverwahrung in Betracht gezogen werden soll. Saimeh hatte in dem Prozess bereits als Zeugin ausgesagt und Kevin R. als psychisch gesunden Mann beschrieben.

Der ehemalige Zeitsoldat Kevin R. und der frühere Fremdenlegionär Jörg W. sind wegen Mordes aus Habgier angeklagt. Die Beiden sollen zuerst einen 72-jährigen Nachbarn, dann einen 64-jährigen Hilfsarbeiter und später einen 30 Jahre alten Geschäftspartner getötet haben, um sich zu bereichern. Die drei Leichen waren vor rund einem Jahr verscharrt auf Höfen in Hille in Ostwestfalen an der Landesgrenze zu Niedersachsen gefunden worden. Im Bielefelder Prozess haben sich die beiden Deutschen bislang gegenseitig belastet.

Zur Schuldfähigkeit des 51-jährigen Jörg W. hatte Mitte Februar eine andere Gutachterin ihre Einschätzung vorgetragen. Demnach ist der ältere Angeklagte psychisch gesund und damit voll schuldfähig. Bei der Frage, ob er zu weiteren Gewalttaten neige und daher eine Sicherungsverwahrung nötig sei, legte sich die Expertin nicht fest.

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