Prozess gegen mutmaßliche IS-Terroristin aus Bochum

Sie wurde misshandelt, auf den Strich geschickt und war drogenabhängig. Dann ging sie nach Syrien und heiratete IS-Kämpfer Mario. Nun droht der Bochumerin eine Verurteilung als IS-Terroristin.

15.12.2019, 09:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Prozess gegen mutmaßliche IS-Terroristin aus Bochum

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/Archiv

Einer Prostituierten aus Bochum droht am Dienstag am Düsseldorfer Oberlandesgericht als IS-Terroristin verurteilt zu werden. Die Bundesanwaltschaft hat für die 27-Jährige drei Jahre Haft beantragt. Sie habe ein glaubhaftes Geständnis abgelegt.

Die Verteidiger stellten dagegen die Mitgliedschaft bei der Terrormiliz Islamischer Staat in Frage: Ihre Mandantin habe sich dem IS-Kämpfer Mario aus Leverkusen bedingungslos unterworfen: „Sie wollte zu Mario, nicht zum IS.“ Der IS nehme Frauen zudem gar nicht als Mitglieder auf.

Sie beantragten zwei Jahre und drei Monate Haft sowie die Aussetzung des Haftbefehls: „Sie ist keine Hardcore-Islamistin, sondern ein bedauernswerter Tropf.“ Schon in ihrer Kindheit sei sie Opfer der Gewalt ihres Vaters und anderer Männer geworden, ins Rotlichtmilieu abgerutscht, drogenabhängig gewesen.

Laut Anklage hatte sie in Syrien mit ihrem Mann Wohnraum und Geld vom IS bezogen, bis dieser als Spion bezichtigt und hingerichtet wurde. Die Bochumerin habe außerdem eine Kalaschnikow mit Munition und einen Sprengstoffgürtel besessen. Im Februar 2017 war sie an der Grenze zur Türkei festgenommen worden. Der Prozess hatte im September begonnen.

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