Adil Demirci: „Keine Verbindung zu illegalen Organisationen“

Der Kölner Adil Demirci hat sich während des Auftakts zu seinem Prozess in der Türkei gegen die ihm angelasteten Terrorvorwürfe zur Wehr gesetzt. „Ich habe keine Verbindung zu illegalen Organisationen“, sagte er am Dienstag am 25. Strafgericht im Istanbuler Stadtviertel Caglayan. Er arbeite in Deutschland als Sozialarbeiter und mache Übersetzungen aus dem Türkischen ins Englische und Deutsche.

20.11.2018, 13:19 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwaltschaft wirft Demirci (32), der auch für die linke Nachrichtenagentur Etha geschrieben hat, unter anderem Mitgliedschaft in der linksextremen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei vor. Die MLKP gilt in der Türkei als Terrororganisation.

Zu dem Anklagepunkt, dass er „im Namen der MLKP“ in den Jahren 2013 bis 2016 an „unerlaubten Demonstrationen mit Molotow-Cocktails“ teilgenommen haben soll, sagte Demirci, er sei bei drei Trauerfeiern und einer Gedenkveranstaltung gewesen. Es sei dabei um Menschen gegangen, die (in Syrien) gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft hätten. Tausende hätten an diesen Feiern teilgenommen. Waffen habe er nicht gesehen. Während seiner Aussage in dem überfüllten, kleinen Saal war Demirci flankiert von Polizisten.

Einer seiner Anwälte, Mustafa Pekgöz, sagte, sein Mandant habe keine Straftat begangen und forderte Demircis Entlassung aus der Untersuchungshaft.

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