Provozierende Kunst mit Kreuz in Kirche

Ein Kunstwerk mit einem Kreuz im Nebenraum einer Kirche erregt in Mönchengladbach die Gemüter: Statt der Jesus-Figur hängt daran eine aus Mullbinden gefertigte Form, die an einen kopflosen Tierkörper erinnert. Der Pfarrer der katholischen Citykirche, Christoph Simonsen (63), hat das verstörende Kunstwerk in seinem Büro im hinteren Kirchenschiff angebracht. Es sei ein Anstoß, sagte er am Donnerstag. Das Kreuz sei zu oft ein bloßes Schmuckstück, etwa als Anhänger. In dem Kunstwerk werde „das Gewaltpotential sichtbar, das Menschen Jesus Christus angetan haben“.

05.12.2019, 13:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Provozierende Kunst mit Kreuz in Kirche

Das Kreuz in der Citykirche in Mönchengladbach. Foto: Jana Bauch/dpa

Eine Gruppe von Gegnern hat sich wegen des Kreuzes an das Bistum Aachen gewandt. Von dort erhält der Geistliche Rückendeckung: „Das Bistum Aachen begrüßt den Austausch über das zentrale Zeichen des christlichen Glaubens - das Kreuz“, erklärte ein Sprecher. Kunst könne als Eingriff in Gewohntes zur Auseinandersetzung mit dem Glauben dienen. Die Kreuzesdarstellung sei sicherlich eine Provokation. Letztlich sei auch die Darstellung eines gekreuzigten Gottes eine Provokation für uns Menschen.

Nach Angaben des Pfarrers handelt es sich bei den Gegnern um eine kleine Gruppe rechtskonservativer Christen. Das Kunstwerk habe ihm der befreundete Künstler geschenkt, es hänge seit Beginn seiner Arbeit in Mönchengladbach dort, wie zuvor andernorts.

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