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Projekte: Wakeboarden im Seepark, autonome Lkw auf Lünens Straßen

IHK-Wirtschaftsgespräch

Wakeboarden auf dem Horstmarer See? Bildung neben der Forensik? Autonome Lieferfahrzeuge auf Lünens Straßen? Könnte alles bald Wirklichkeit werden, wenn es nach IHK und Wirtschaftsförderung geht.

Lünen

, 26.06.2018
Projekte: Wakeboarden im Seepark, autonome Lkw auf Lünens Straßen

Hier im Seepark könnte eine ganzjährige Wakeboard-Anlage entstehen.neubauer (A) © Foto Neubauer

Wenn die IHK zum jährlichen Wirtschaftsgespräch lädt, dann kommen sie alle – die wichtigsten Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Fast ausschließlich Männer übrigens. Ihr Kommen am Dienstagnachmittag in die neue Mercedes-Niederlassung am Lindenplatz dürften die meisten auch nicht bereut haben. Denn vor allem was Wirtschaftsförderer Eric Swehla und Klaus Brenscheidt, stellvertretender Geschäftsführer der IHK zu Dortmund, den Zuhörern in ihrem „Werkstattbericht“ vorstellten, hatte es in sich. Eine Auswahl:

  • Lünen als Hotspot der Logistik: Man sei, sagte Brenscheidt, in Verhandlungen mit einem „Global Player“ der Logistik. Den Namen wollte er am Abend nicht verraten. Dieser Investor plane ein Projekt, in dem es um innovative, teilweise autonome Logistik geht. Das Unternehmen habe sich auch im Raum Frankfurt umgeguckt. „Aber der Großraum Lünen-Dortmund-Werne hat das Rennen gemacht“, sagte Brenscheidt. Möglich also, dass schon bald autonome Lkw über Lünens Straßen fahren? „Es sind noch dicke Bretter zu bohren“, sagte Brenscheidt. Anfang kommender Woche sei eine Delegation in Lünen, „dann wollen wir eine vertragsfeste Zusage. Dann würde Lünen zu einem echten Hotspot der Innovation werden.“

  • Wakeboarden am Horstmarer See: Es bestünden Kontakte zu einem Investor, der Wakeboard-Anlagen an größeren Seen baut. Eine solche könnte auch am Horstmarer See entstehen. Es seien auch solche weiche Faktoren, die einen Standort wie Lünen attraktiv machten, sagte Wirtschaftsförderer Swehla: „Solche Anlagen sind außerdem hochprofitabel.“ Eine solche ganzjährige Anlage hätte aber auch weitere Vorteile, die Sicherheitslage würde verbessert, es gebe ständige Gastronomie vor Ort. Die Fraktionen, so Swehla weiter, seien darüber schon informiert worden. Die Stadt sei jetzt beauftragt worden, die grundsätzliche Machbarkeit zu prüfen.

Projekte: Wakeboarden im Seepark, autonome Lkw auf Lünens Straßen

So sah es aus beim IHK-Wirtschaftsgespräch in der neuen Mercedes-Niederlassung am Lindenplatz. © Goldstein

  • Bildungseinrichtung für forensisches Personal auf der Victoriabrache: Die Entwicklung rund um die Forensik könnte noch „eine positive Geschichte“ werden, sagte Swehla. Denn neben Grünflächen und der Forensik könnte dort auch eine Bildungseinrichtung für forensisches Personal entstehen. Auch dort würden die Ansprüche höher, „das Land braucht diese Einrichtung“, so Swehla. „Warum sollte Lünen davon nicht profitieren?“

  • Ein digitaler Leuchtturm für Lünen: Es solle, erklärte Brenscheidt den Anwesenden, eine „leistungsfähige Infrastruktur-Einrichtung“ entstehen, das sogenannte BitLab. „Eine Anlaufstelle für die Realisierung digitaler smarter Ideen und Maßnahmen“, solle es werden. Fachliche Expertise soll es dort geben, die entsprechenden Geräte und den Anschluss an besonders schnelles Internet.

Unternehmen, die Verwaltung, aber auch Schulen und sonstige Interessensgruppen sollten das Bitlab für ihre Belange nutzen können und damit am Ende wirtschaftlichen und sozialen Mehrwert generieren. Wo genau das ganze entstehen soll, sagte Brenscheidt nicht. Er sprach von einem zentralen Standort in der Innenstadt.

Wie konkret ist das alles?

Schon ziemlich offenbar, denn Swehla und Brenscheidt haben den Gästen gar nicht alles erzählt, was sie schon erzählen könnten: „Manches können wir noch nicht kommunizieren, weil der nötige Reifegrad fehlt“, sagte Brenscheidt. Schon bevor Swehla und Brenscheidt über die vielen anstehenden Projekte sprachen, hatten Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns und IHK-Vizepräsident Dr. Ansgar Fendel (Geschäftsführer Remondis Assets & Services) die Anwesenden auf den Abend eingestimmt. Kleine-Frauns lobte die Menschen in Lünen, die einen starken Zusammenhalt pflegen „und die so dazu beitragen, die Stadt auch zukunftssicher zu machen“.

Fendel merkte an, dass die Stadt Lünen verkehrstechnisch eben noch nicht zukunftssicher sei. Lünen sei, meinte er, „vergleichbar nur mit München, was die Staus angeht. Das ist leider immer noch der Fall. Was ist der Plan, um das zu ändern?“

Der Bürgermeister gestand ein, dass er jetzt im dritten Jahr in Folge keine Umsetzung vermelden könne, sondern nur eine ankündigen könne: „Das ist das frustrierende für einen ungeduldigen Menschen.“ Die Verkehrsuntersuchung aller wichtigen Knotenpunkte der Stadt sei jedenfalls in Arbeit und werde auch Anhaltspunkte bringen, wie der Verkehrsfluss in Lünen optimiert werden könne. „Klar ist schon jetzt, dass es nicht reichen wird, die Straßen zu verbreitern“, sagte Kleine-Frauns.