Premiere von „Kalte Füße“ in Lünen: eine launige Komödie für das junge Publikum

Kinofest Lünen

Das Kinofest Lünen hat eröffnet. Der Eröffnungsfilm „Kalte Füße“ ist eine launige Komödie mit Heiner Lauterbach - und zielt mit vorhersehbaren Pointen auf junges Publikum ab.

Lünen

, 22.11.2018, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Premiere von „Kalte Füße“ in Lünen: eine launige Komödie für das junge Publikum

Emilio Sakraya Moutaoukkil (v.l.), Heiner Lauterbach und Sonja Gerhardt sind in einer Villa in den Bergen eingeschneit: reichlich Gelegenheit für jede Menge komischer Verwicklungen. © Petro Domenigg

Für Denis lief´s schon mal besser: Die Gangster, bei denen er Schulden hat, wollen ihr Geld und die vernachlässigte (Ex-)Freundin wirft seine letzte Hoffnung, eine Kiste voller zusammengeklauter Handys, einfach aus dem Fenster. Keine Frage: Jetzt steckt er richtig in Schwierigkeiten – und die Verwechslungskomödie um den Kleinganoven aus dem Migrantenghetto kann ihren Lauf nehmen. „Kalte Füße“ heißt der launige Film von Regisseur Wolfgang Groos, der am 10. Januar 2019 in die Kinos kommt.

Kinder- und Jugendfilmklassiker

Groos hat bislang überwiegend Kinder- und Jugendfilme gedreht, darunter Remakes alter Klassiker wie „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ oder „Vorstadtkrokodile“. Die Prägung auf das junge Publikum – vor allem auf dessen Humor– ist auch seinem neuen Werk anzumerken.

Kinder freuen sich oft, wenn sie die Pointe eines Gags schon kommen sehen. Für Erwachsene ist eher das Gegenteil der Fall. Daran krankt diese Komödie: Sie ist fast vollständig vorhersehbar; überdies noch fürchterlich konstruiert, was auch daran liegt, dass es sich um eine deutsch-österreichische Koproduktion handelt, die bewusst im Unklaren lässt, wo sie eigentlich spielt.

Angst vor der politischen Unkorrektheit

Da ist zunächst die Großstadt, in der Denis mit seiner Mutter und seinen zwei kleinen Geschwistern in einem tristen Wohnblock lebt. Sie sind offensichtlich Migranten, was aber nie richtig thematisiert wird – außer bei den Klischees, die die Regie für ein paar Gags benutzt. So schnappt sich Denis – gespielt vom marokkanisch-stämmigen Jungdarsteller Emilio Sakraya Moutaoukkil (hier im Gespräch) – zwei Jungs, die seine kleine Schwester geärgert haben und nennt sie „Ihr Opfer“, um seine Geschwister kurz danach aus Bequemlichkeit in die falsche Grundschule zu schicken mit den Worten: „Ihr macht eh keinen Abschluss.“

Genau an dieser Stelle hätte es beginnen können, wirklich komisch zu werden, hätten Groos und sein Drehbuchschreiber Christof Ritter nicht Angst vor der eigenen politischen Unkorrektheit bekommen. Stattdessen folgen dramaturgische Verrenkungen, die die Handlung jeglicher Realität entheben.

Der Pfleger ist keiner

Die Gangster planen, einen alten reichen Unternehmer zu bestehlen, der seine Villa weit abgelegen in den Bergen hat und gerade von einem Schlaganfall außer Gefecht gesetzt wurde. Denis lässt sich auf einen Einbruch ein, wird aber von der Enkelin (Sonja Gerhardt) erwischt, die ihn nichts ahnend für den bestellten Krankenpfleger hält. Denis muss die Scharade länger mitspielen als geplant, denn alle werden eingeschneit. Nur der Alte, gespielt von Heiner Lauterbach, weiß Bescheid – aber er kann wegen des Schlaganfalls nicht mehr sprechen.

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