Praktizierte Ökumene: Kirchen teilen sich Gemeindezentren

Die Mitgliederzahlen sinken. Die Kirchen, ob katholisch oder evangelisch, müssen sich verkleinern. Gebäude werden aufgegeben. Manchmal ist eine ökumenische Wohngemeinschaft die Lösung.

20.12.2018, 08:29 Uhr / Lesedauer: 1 min

Evangelischer Gottesdienst in katholischer Kirche - und umgekehrt: Mit der Aufgabe von Kirchengebäuden steigt langsam die Zahl der von beiden Konfessionen genutzten Einrichtungen. „Aktuell sind fünf Projekte in der Planung und Genehmigung“, sagte Markus Schaefer, der Ökumene-Fachmann der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

So gab Anfang Dezember in Mettmann bei Düsseldorf eine evangelische Gemeinde ihre Kirche auf und nutzt nun die Gebäude der katholischen Kirche im Ortsteil mit. „Ökumenisches Zentrum in Heilige Familie“ heißt die Einrichtung nun. Eine weitere gemeinsame Einrichtung besteht seit Ende September 2018 in Essen. Weitere Zentren werde es in Krefeld und in Aachen geben, sagte Schaefer.

Nach seiner Einschätzung wird es künftig auch wegen des Mitgliederschwundes und geringerer Einnahmen weitere Projekte geben: „Das häuft sich jetzt“. Das Reformationsjubiläum 2017 habe ökumenischen Initiativen einen kräftigen Schub gegeben. Im Zuge der Feiern zum 500. Jahrestag von Luthers Thesenanschlag hatten die evangelischen Landeskirchen im Rheinland und in Westfalen sowie katholische Bistümer einen Ausbau der Partnerschaft vereinbart. Kooperationen gibt es bislang vor allem in Großstädten.

Schaefer verwies darauf, dass vor Ort die Zusammenarbeit oft schon eng sei, auch in Chören oder Kirchenorchestern. Bei der Notfall- oder der Krankenhaus-Seelsorge arbeiten beide Konfessionen schon lange zusammen.

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