Poller in der Nordstraße lässt breite Lücke für Raser: Nachbarn sehen Fußgänger gefährdet

dzBürgerprotest in Schwerte

Warum steht der Absperrpfosten in der Altstadtgasse nicht mehr mittig, sondern ganz weit am Rand? Anwohner sammeln Unterschriften für einen Antrag an den Schwerter Bürgermeister.

Schwerte

, 07.10.2019, 14:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schmucke Fachwerkhäuser, von ihren Besitzern liebevoll gepflegt, schmiegen sich kreuz und quer an die schmale Fahrbahn. So, wie man sie in Zeiten von Pferd und Wagen in der Nordstraße gebaut hat. In diesem Altstadtviertel lässt es sich gut leben, sollte man meinen. Wenn es nicht rücklichtslose Verkehrsteilnehmer gäbe, die als Abkürzung zwischen Kampstraße und Nordwall hautnah an den Fassaden vorbeibrettern.

Eigentlich sollte ein Absperrpfosten an der engsten Stelle der Nordstraße diese Durchfahrt verhindern. Doch an den erinnert in der Fahrbahnmitte nur noch eine kleine Vertiefung im Asphalt. Sein Nachfolger, ganz weit seitlich im Rinnstein platziert, lässt eine so breite Lücke frei, dass sich zumindest die Fahrer mit Kleinwagen, Motorrädern und -rollern problemlos hindurchzwängen können.

Bürgersteig zu schmal für Rollstühle und Kinderwagen

„Wir wenden uns an Sie, um auf eine Gefahrenstelle im Straßenverkehr hinzuweisen“, schreibt deshalb Marc Kaiser für die Anwohnergemeinschaft Nordstraße in einem Brief an Bürgermeister Dimitrios Axourgos. „Hunderte Personen“ würden täglich durch die Straße gehen, um zum Ruhrtal-Gymnasium oder in die Fußgängerzone zu gelangen.

Das Problem: Weil die Bürgersteige in der Nordstraße sehr schmal und stellenweise arg bucklig sind, können sie Mitbürger mit Rollatoren oder Rollstühlen nicht benutzen, so dass sie auf die Fahrbahn ausweichen. Genauso geht es Müttern mit Kinderwagen.

Poller in der Nordstraße lässt breite Lücke für Raser: Nachbarn sehen Fußgänger gefährdet

Vom früheren Poller mitten in der Fahrbahn der Nordstraße sind nur noch Spuren im Asphalt zu erkennen. Der neue im Rinnstein hält schmalere Fahrzeuge, Motorräder und Fahrradfahrer nicht davon ab, durch die Engstelle zu brettern. © Reinhard Schmitz

Schülergruppen - so beobachtete Kaiser - blieben auch oftmals vor einem Haus stehen, wo ein offenes WLAN-Netz für das Smartphone angeboten werde.

Alle diese Menschen würden von durchbretternden Fahrzeugen gefährdet, schildert der Nachbar: „Dies geschieht täglich und mit stärker werdender Frequenz.“ Fußgänger auf der Fahrbahn würden scharf geschnitten: „Besonders Motorradfahrer, aus Richtung Nordwall kommend, fahren mit erhöhter Geschwindigkeit um die Kurve in die Nordstraße ein, um ihren Weg durch die Innenstadt abzukürzen.“

Poller in Straßenmitte und Schilder gefordert

Deshalb beantragt die Anwohnergemeinschaft, wieder einen Poller in der Straßenmitte zu installieren. Am liebsten wäre Marc Kaiser eine Sperranlage mit zwei versetzt angebrachten Bügeln, die auch die Raser unter den Radfahrern stoppen könnten. Für zusätzliche Sicherheit von Fußgängern sollten eine Beschilderung sorgen. „Sinnvoll wäre eine Kombination der Schilder ,Durchfahrt verboten´, ,Achtung Absperrpfosten´, ,Fahrrad fahren verboten´ und ,Anwohner frei“, heißt es in dem Brief, den mehr als 20 Nachbarn mit ihrer Unterschrift unterstützen.

Im Rathaus war das Schreiben nach Auskunft von Stadt-Pressesprecher Ingo Rous am Montagmittag noch nicht angekommen.

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