Deutsche und niederländische Polizisten: Zusammenarbeit

Seit 2008 fahren deutsche und niederländische Polizisten in der Grenzregion gemeinsam Streife. Die beteiligten Behörden haben die Finanzierung auf ein neues Fundament gestellt.

28.03.2019, 06:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und die Niederlande wollen ihre gute Polizeizusammenarbeit in der Grenzregion fortsetzen. Am Donnerstag unterzeichneten die Behördenchefs in Westfalen die „Ahauser Übereinkunft“, die die Zukunft des Grenzüberschreitenden Polizeiteams (GPT) auch nach Ende der Förderung mit EU-Mitteln Ende März sicherstellen soll, teilte die Polizeidirektion Osnabrück mit. Das Projekt gibt es seit fast 11 Jahren.

Die Kooperation zwischen der Landespolizei in Niedersachsen und NRW, der Bundespolizei und niederländischen Polizeibehörden soll demnach ausgebaut werden. Die Zweierteams aus deutschen und niederländischen Beamten, die gemeinsam beiderseits der Grenze Streife fahren, sollen künftig noch flexibler für Ermittlungen, Fahndungs- und Unterstützungsmaßnahmen eingesetzt werden, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück, Marco Ellermann. So solle der gegenseitige Informationsaustausch entlang der Grenze ausgebaut werden, eventuell sogar mit einem gemeinsamen Informationszentrum.

„Durch die enge Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg haben wir einen gemeinsamen Sicherheitsraum beiderseits der Grenze geschaffen“, sagte der Osnabrücker Polizeipräsident Michael Maßmann. Der Leiter der Politie Eenheid Oost-Nederland, Oscar Dros, wies darauf hin, dass Themen, die die Menschen bewegen, nicht mehr an nationalen Grenzen halt machen: „In Anbetracht der Vielzahl an Themen und der knappen Kapazität der Polizei erfordert dies eine zweckmäßige und informationsgesteuerte binationale Polizeieinheit, die eine effektive und effiziente Aufgabenwahrnehmung gewährleisten kann.“

Bislang unterstützte die Europäische Union das Projekt; diese Finanzierung endet am 31. März 2019. Seit 2008 flossen rund 1,3 Millionen Euro europäischer Mittel in das Projekt, das laut Ellermann inzwischen als Vorbild auch für die Polizeizusammenarbeit an der deutsch-polnischen und deutsch-dänischen Grenze gilt. Künftig finanzieren die fünf Partnerbehörden das GPT alleine: die Polizeidirektion Osnabrück und die Bundespolizeidirektion Hannover, aus NRW die Kreispolizeibehörde Borken und aus den Niederlanden die Politie Oost-Nederland und die Koninklijke Marechaussee.

20 Polizisten gehen vom Dienstsitz Bad Bentheim aus auf Streifenfahrt auf beiden Seiten der Grenze - jeder Wagen ist mit einem Niederländer und einem Deutschen besetzt. Seit dem Start wurde das Team rund 18 000 Mal tätig. Mehr als 8000 Straftaten wurden aufgedeckt. Bei 7000 Einsätzen unterstützte das Team benachbarte Dienststellen. Unter anderem stellten die Beamten mehr als 350 Kilogramm Drogen mit einem Marktwert von mehr als acht Millionen Euro sicher.

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