Polizisten in Zivil verletzt: Wende in Ermittlungen?

In den Ermittlungen nach der Attacke auf vier Polizisten in Zivil im Hamm zeichnet sich eine Wende in dem Fall ab: Ein Beamter habe ausgesagt, sie seien von den Angreifern wohl gar nicht als Polizisten erkannt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund am Donnerstag. Die vier Beamten waren in der Nacht zu Samstag privat und ohne Uniform unterwegs, als sie von bis zu 15 Männern angegriffen und verletzt wurden. Vorausgegangen war ein Gespräch eines 19-Jährigen mit einem der Polizisten, in dem es nach erster Darstellung um eine frühere Begegnung - möglicherweise um ein zurückliegendes Diebstahldelikt - gegangen sein soll.

29.08.2019, 12:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

In der Vernehmung habe der Beamte aber ausgesagt, dass es „kein dienstliches Gespräch“ gewesen sei und er sich auch nicht als Polizist zu erkennen gegeben habe. Weitere Details zu dem Inhalt des Gesprächs wurden nicht genannt. Zuvor hatte der „Westfälische Anzeiger“ berichtet.

Der 19-Jährige war nach dem Gespräch abgezogen, aber mit einer Gruppe zurückgekommen. Ein Polizist erlitt Schnittverletzungen, ein Kollege eine Gehirnerschütterung nach Tritten gegen den Kopf. Zwei Beamte trugen Prellungen, Schürf- und Platzwunden davon. Die Gewerkschaft der Polizei hatte vom Staat ein „klares Signal“ gefordert, dass er Angriffe auf Polizisten nicht dulde.

Die Auswertung von Videoaufnahmen aus umliegenden Bars in Tatortnähe habe bisher wenig gebracht, sagte der Staatsanwalt. Zeugen seien aufgerufen, sich zu melden und mögliche Handyfotos oder -videos bereitzustellen. Zwei festgenommene Verdächtige kamen wieder auf freien Fuß. Es habe keine ausreichenden Haftgründe gegeben. Ermittelt werde weiter wegen gefährlicher Körperverletzung.

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