Polizeikontrolle: Eltern schnallten ihre Kinder auf dem Weg zur Schule nicht an

Schulweg

Bei Schulwegkontrollen in Lünen fielen der Polizei am Mittwochmorgen gleich sechs Autos auf, in denen die Kinder nicht angeschnallt oder überhaupt irgendwie gesichert waren.

Lünen

05.09.2019, 16:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Polizeikontrolle: Eltern schnallten ihre Kinder auf dem Weg zur Schule nicht an

Zwei Viertklässler der Overbergschule verteilten in dieser Woche an Eltern Karten. Für die Temposünder und die Fahrer, die ihre Kinder nicht angeschnallt hatten, gab es die rote Karte. © Beate Rottgardt

In den ersten Wochen nach Schulbeginn gibt es verstärkt Kontrollen der Polizei. Am Mittwoch (4.9.) fielen dabei einige Eltern unangenehm auf - weil sie entweder zu schnell unterwegs waren oder nicht dafür gesorgt hatten, dass ihre Kinder sicher im Auto saßen.

Zwölf Temposünder wurden erwischt und sechs Pkw, in denen Eltern ihre Kinder zur Schule gefahren haben - ohne sie richtig anzuschnallen oder überhaupt zu sichern.

Das kostete drei der sechs Fahrer der Eltern-Taxis am Mittwoch jeweils 30 Euro. Bei drei weiteren Gurtverstößen wurden Anzeigen geschrieben. Dann sind sogar 60 Euro fällig.

Am Dienstag hatte es an der Overbergschule eine Aktion gegeben, bei der die Polizei mit Schülern zusammen Eltern ermahnt hatten, die in Halteverbotszonen hielten, um ihre Kinder zur Schule zu bringen.

Eins sollte nicht nur Eltern klar sein - ob während einer Reise auf der Autobahn oder mal eben schnell auf dem Weg zur Schule: Wer in einem Pkw Platz nimmt, muss einen Sicherheitsgurt anlegen. Für Kinder gibt es spezielle Rückhaltesysteme, die bei einem Unfall vor schweren Verletzungen schützen oder auch ein Leben retten können, so die Polizei-Pressestelle.

Sechs nicht angeschnallte Kinder bei einer nicht einmal 60 Minuten dauernden Kontrollaktion kurz nach dem Schulanfang: Die Polizei appelliert erneut an Eltern und andere Fahrzeugführer, sich selbst und alle anderen Insassen anzuschnallen.

Ohne Gurt riskiert man tödliche Verletzungen

Hier sind noch einmal eigentlich selbstverständliche Sicherheits-Hinweise, die seit Bestehen der Führerscheinprüfung präsent sein sollten:

  • Wer sein Kind im Pkw nicht richtig sichert, riskiert dessen Tod oder nimmt Verletzungen mit möglicherweise lebenslang wirkenden Folgen in Kauf.
  • Deshalb bittet die Polizei eindringlich: Schnallen Sie Ihre Kinder vorschriftsgemäß an. Achten Sie darauf, dass auch alle anderen (erwachsenen) Insassen den Gurt anlegen.
  • Ein Aufprall bei einem Verkehrsunfall bei 50 km/h ist vergleichbar mit einem Sturz aus dem vierten Stock eines Wohnhauses - es besteht also Lebensgefahr. Schon bei einem Auffahrunfall bei nur 15 km/h kann ein nicht angeschnalltes Kind gegen das Armaturenbrett oder die Windschutzscheibe geschleudert werden.
  • Die Gurtpflicht besteht seit 1976 in Deutschland. Eingeführt wurde sie nicht ohne Grund, denn viele Pkw-Insassen sind damals bei Unfällen getötet worden. Mit der Einführung der Gurtpflicht ist die Zahl der getöteten Verkehrsunfallopfer seit 1976 deutlich gesunken.
  • Das soll so bleiben. Die Polizei wird deshalb weiter auch auf Schulwegen kontrollieren und nicht nur Geschwindigkeiten messen, sondern auch prüfen, ob Kinder richtig angeschnallt sind.
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