Polizeieinsatz wegen selbsternannter „Aufpasser“ am Rheinbad

Nachdem das Düsseldorfer Rheinbad zum dritten Mal wegen Tumulten geräumt wurde, griff die Stadt unter anderem mit Ausweiskontrollen durch. Jetzt rückte die Polizei wegen selbsternannter „Aufpasser“ an.

05.08.2019, 14:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Polizeieinsatz wegen selbsternannter „Aufpasser“ am Rheinbad

Der Eingang des Rheinbades in Düsseldorf. Foto: Marcel Kusch/Archivbild

Wieder ein Polizeieinsatz am Düsseldorfer Rheinbad, aber diesmal ist eine Gruppe selbsternannter „Aufpasser“ der Anlass gewesen. Eine Gruppe von etwa 50 Erwachsenen sei am Sonntagnachmittag nicht in das Bad hereingelassen worden und habe darüber ihren Unmut geäußert, teilte die Polizei mit. Mit zehn Streifenwagen seien Beamte vor Ort gewesen und hätten die Personalien von 36 Personen aufgenommen, die inzwischen zu einer Haltestelle weitergezogen seien. „Die Leute gaben an, im Rheinbad aufpassen zu wollen, damit alles ruhig bleibt“, sagte der Polizeisprecher. Zu Straftaten ist es durch die Gruppe vor dem Rheinbad laut Polizei am Sonntag nicht gekommen. Das Ordnungsamt habe die Polizei gerufen.

Der Sprecher bestätigte Informationen der „Bild“-Zeitung, dass die Personen weitgehend identisch seien mit denen einer „rechtsgerichteten Mahnwache“, die bereits am Samstag vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof abgehalten worden sei. Die Kundgebung war nach Angaben der Polizei zum Thema Tod des achtjährigen Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof angemeldet gewesen. Am vergangenen Montag hatte ein 40-jähriger Mann eine Mutter und ihren Sohn vor einen einfahrenden Zug gestoßen. Der Achtjährige wurde vom Zug überrollt. Ein in der Schweiz lebender Eritreer wurde als mutmaßlicher Täter festgenommen.

An der Mahnwache hätten sich am Samstag rund 50 Personen beteiligt. An einer spontanen Gegendemo hätten ebenfalls etwa 50 Leute teilgenommen. Auch der „Express“ hat über den Polizeieinsatz am Sonntag vor dem Rheinbad nach einer Mahnwache von Samstag online berichtet.

Das Rheinbad war Ende Juli nach Tumulten geräumt worden - zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen. Erste Angaben der Polizei, wonach einige Dutzend junger Männer mit „augenscheinlich nordafrikanischem Typus“ hauptverantwortlich für die Störungen gewesen sein sollen, konnten nicht verifiziert werden. Das Freibad hatte bereits im Juni Videokameras installiert und infolge neuerlicher Ärgernisse weitere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Dazu gehören eine Ausweiskontrolle, Armbändchen für Badegäste und der mögliche Einsatz des Ordnungsamts.

Eine Sprecherin der Bäderbetriebe hatte am Freitag erklärt, dass sich die Einführung von Ausweiskontrollen im Rheinbad eingespielt habe. „Die Gäste sind aufgeschlossen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Auch die bereits seit mehr als einer Woche laufende Videoüberwachung sowie die Anwesenheit von Security-Kräften und das Verteilen von Armbändern an alle Badegäste hätten bisher keine größere Kritik hervorgerufen. Security sollte auf dem Gelände am Wochenende weiter anwesend sein. Vor den Türen des Freibads seien auch Mitarbeiter des Ordnungsamts im Einsatz, hatte sie angekündigt.

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