Polizei wertet Vorfall mit Rabbiner als Beleidigung

Im Fall des Düsseldorfer Rabbiners Chaim Barkahn ermittelt die Polizei wegen einer antisemitischen Beleidigung. Der Rabbiner habe den Täter in seiner Zeugenvernehmung als Mann mit arabischem Aussehen beschrieben, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Er habe entgegen früherer Aussagen nicht behauptet, von ihm verfolgt worden zu sein. Er sei auch nicht bedroht worden. Der Staatsschutz sei mit dem Fall beschäftigt.

19.06.2019 / Lesedauer: 2 min
Polizei wertet Vorfall mit Rabbiner als Beleidigung

Das Blaulicht eines Streifenwagens der Polizei leuchtet. Foto: Stefan Puchner/Archiv

Rabbiner Chaim Barkahn hatte berichtet, dass er am Sonntagabend mit der jüdischen Kopfbedeckung Kippa auf dem Kopf Opfer eines antisemitischen Vorfalls geworden sei. Er sei, als er mit der Kippa auf dem Kopf auf der Straße unterwegs gewesen sei, beleidigt und verfolgt worden, hatte Barkahn auf Facebook berichtet.

„Leider habe ich nun zum ersten Mal das Gefühl, als Jude nicht mehr sicher in Düsseldorf zu sein. Ich hoffe dennoch auf bessere Zeiten“, so Barkahn. Er sei seit 18 Jahren in Düsseldorf und arbeite für die orthodoxe Gemeinde. „Es war ein sehr, sehr schrecklicher Moment“, hatte Barkahn gesagt.

Die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, zeigte sich am Mittwoch entsetzt und wertete den Vorfall als Angriff auf den Rabbiner: „Der Angriff auf Rabbiner Barkahn ist ein erneuter, unsäglicher und inakzeptabler Übergriff auf Mitbürger jüdischen Glaubens. Wir dürfen solche antisemitischen Attacken nicht hinnehmen!“

Weitere Meldungen
Meistgelesen