Gericht bestätigt fristlosen Rauswurf von Polizei-Pförtner

Weil er den 100-Euro-Schein einer ehrlichen Finderin eingesteckt haben soll, verlor ein Pförtner der Düsseldorfer Polizei seinen Job. Das Landesarbeitsgericht bestätigte jetzt die fristlose Kündigung.

28.06.2019, 03:13 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein Pförtner der Düsseldorfer Polizei hat wegen eines 100-Euro-Scheins nach mehr als 30 Jahren seinen Job verloren. Das Landesarbeitsgericht bestätigte am Freitag die fristlose Kündigung des 55-Jährigen in zweiter Instanz (Az.: 6 Sa 994/18).

Er soll den Geldschein unterschlagen haben, den eine Finderin bei ihm auf der Polizeiwache abgegeben haben soll. Der Pförtner hatte dies bestritten: Er habe den Schein nicht angenommen und die Frau an eine andere Dienststelle verwiesen.

Das Landesarbeitsgericht stufte seine Aussage als nicht plausibel ein. Es gebe keinen vernünftigen Grund, warum die Frau sich in dem Fall per Email nach dem Verbleib des Scheins erkundigt haben sollte. Trotz der langen Beschäftigungsdauer sei die fristlose Kündigung gerechtfertigt. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu.

Vom Amtsgericht war der 55-Jährige wegen Unterschlagung in erster Instanz zu 2000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Der Eingang des Geldscheins war weder als Asservat noch im Vorgangsbearbeitungssystem der Polizei vermerkt. Der Finderin, einer Architektin, war es merkwürdig vorgekommen, dass sie weder Fundort noch Personalien angeben musste.

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