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Politiker: „Warum bauen wir nicht einfach ein neues Rathaus?“

Rathaus-Sanierung

Was tun mit dem schwer sanierungsbedürftigen Rathaus in Schwerte? Eine echte Lösung für dieses Thema hatte der Finanzausschuss nicht im Angebot, dafür aber bemerkenswerte Vorschläge.

Schwerte

, 30.06.2018
Politiker: „Warum bauen wir nicht einfach ein neues Rathaus?“

Das Rathaus wurde 1914 eröffnet und in den 80er-Jahren zuletzt umfänglicher saniert. © BERND PAULITSCHKE

Der Sturm Friederike Anfang des Jahres war es, der dem Rathausdach den Rest gab. Seitdem sind der Ratssaal und ein paar Nebenräume gesperrt. Der Rat trifft sich in der Aula des Friedrich-Bährens-Gymnasiums, seine Ausschüsse kommen zumeist zusammen im kleinen Besprechungsraum der Bauverwaltung im Anbau an das historische Gebäude.

Dort traf sich am Donnerstagabend auch der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen. Der sollte eigentlich Geld freigeben, für eine Notsanierung und eine externe Baubegleitung, um das Rathaus wieder einigermaßen in Schuss zu bringen.

Sanierung würde 11 Millionen Euro kosten – mindestens

Doch immer mehr wird deutlich, dass dies angesichts des jahrelangen Sanierungsstaus zu einem Millionenprojekt wird. Bislang hat die Verwaltung einen Sanierungsbedarf von rund 11 Millionen Euro ermittelt. „Und das ist die Variante, in der wir nur das Notwendige machen lassen“, betonte Kämmerin Bettina Brennstuhl. Und schob nach: „Ich kann nur empfehlen nicht nur das Nötigste zu machen, damit wir das Rathaus nicht in fünf Jahren wieder anpacken müssen.“

Allerdings ist bislang unklar, woher man das Geld nehmen will. Die angepeilte Förderung durch das Land wird es nicht geben. Der Fördertopf ist ausgeschöpft und die neue Landesregierung will andere Projekte als die Sanierung der maroden Rathäuser im Land unterstützen.

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Wo könnte ein neuer Rathaus-Standort sein?

„Das wird uns noch finanziell um die Ohren fliegen, das ist eine neverending Story“, ärgert sich der CDU-Ratsherr Egon Schrezenmaier. Und schlägt vor, groß zu denken: „Wir sollten ernsthaft darüber nachdenken, ein neues Rathaus zu bauen.“ Das würde sicherlich einfacher, als das historische Gebäude auf Stand zu bringen. Zumal die Verwaltung bereits jetzt auf drei Standorte, die ehemalige Realschule am Stadtpark, das Gebäude an der Konrad-Zuse-Straße und eben das Rathaus verteilt ist. Er habe sich mit dem Thema beschäftigt und auch einen Bauplatz im Auge, so Schrezenmaier. Wo der sei, verriet der Ratsherr und Unternehmer aber nicht.

Kämmerin Bettina Brennenstuhl gab zu bedenken, dass sie nicht wüsste, wo es ein geeignetes Grundstück geben solle, um eine neue Verwaltungszentrale zu errichten. Vor allem aber müsse man neben allen finanziellen Dingen, auch die Frage klären, was mit dem alten Rathaus dann passieren solle. Das Gebäude steht immerhin unter Denkmalschutz. „Gäbe es einen Investor, der den Bau in diesem Zustand übernimmt?“

Fest steht, dass zumindest die allernötigsten Reparaturen am Dach und dem Ratssaal jetzt gemacht werden können. Der Ausschuss gab dafür insgesamt 190.000 Euro frei. Zuletzt war im großen Sitzungssaal der Putz von der Decke gerieselt. Der Betrag für die externe Baubegleitung bleibt mit einem Sperrvermerk versehen. Über dessen Freigabe soll nach den Ferien erneut diskutiert werden.

Gebäude stammt aus dem Jahr 1914

Ursprünglich wollte der Rat ja einen großen Teil der Bundeszuschüsse, die 2015 an die ärmsten Kommunen der Republik verteilt wurden, für die Sanierung seines Rathauses nutzen. Die war damals schon mehr als notwendig, doch schnell stellte sich raus, dass die insgesamt 1,8 Millionen Euro vom Bund nicht im Ansatz für die notwendigen Reparaturen und Ausbauarbeiten am 1914 eröffneten Rathaus reichen. Für eine Sanierung, die für längere Zeit ausreichen würde, müsste man an die 20 Millionen Euro in die Hand nehmen, wird derzeit im Rathaus geschätzt.

Die externe Baubegleitung hatte übrigens der Rat einst selber beschlossen, um die Kosten im Blick zu behalten und die Verwaltung zu entlasten. Darüber hinaus gibt es einen Baubeirat aus Ratsmitgliedern. All das könne aber nur greifen, wenn man wisse, was gemacht werden soll.