Kommentar: Plötzlich und zu wenig öffentlich

Kamen

, 25.10.2018, 15:37 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eines vorab: Menschen als Schreihälse oder despektierlich als Hobbyhistoriker zu bezeichnen, die sich ehrenamtlich engagieren, dass die Stadt lebenswert bleibt, ist respektlos und ungehörig. Zurecht lösen diese Worte Kritik aus.

Der Begriff „Heimat“, wenn er nicht für krude Vorstellungen rechtsextremer Kräfte instrumentalisiert wird, ist ein starker. Das VHS-Haus ist ein solches Stück Heimat. Und so überrascht es nicht, dass der geplante Verkauf Emotionen auslöst.

Dass sich die Stadt in der Haushaltssicherung befindet und für jeden Cent dankbar ist, der in die Stadtkasse fließt, ist bekannt. Auch, dass es geplant war, einmal das Haus zu veräußern. Dass das so plötzlich geschieht und so wenig öffentlich gemacht wurde, ist allerdings zu kritisieren. Für ein Haus, in das Generationen von VHS-Schülern ein- und ausgegangen sind, wäre eine breiter angelegte Diskussion notwendig gewesen. Dabei steht nicht in Abrede, dass auch ein privater Investor das Haus gut erhalten kann – die Denkmalschutzgesetze gelten für ihn gleichermaßen.

Und nicht zuletzt: Vielleicht wäre auch ein ganz anderer Preis erzielt worden, wenn andere die Chance gehabt hätten, in dem Verfahren mitzubieten. Auch wenn nicht gegen Vorschriften verstoßen wurde, hat man den Eindruck, dass bisher im viel zitierten stillen Kämmerlein verhandelt wurde. Die Heimatpfleger, die von dem Vorgang überrascht wurden, waren gar nicht involviert.