Plastiktüten in Supermärkten: Manche Kunden in Lünen wollen sie immer noch

dzPapier oder Plastik?

Plastiktüten sind größtenteils aus den Supermärkten verbannt. Das gefällt nicht jedem: Manches Mal wird an der Kasse nach dem Plastikbeutel verlangt. Wir haben uns in Lüner Märkten umgehört.

von Lea Schönfeld

Lünen

, 20.01.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Jörg Patzer ist der Trend klar: „Es gibt wenig Kunden, die noch Plastiktüten fordern. Aber es gibt sie.“ Der 50-Jährige ist Geschäftsführer der Edeka-Filialen in Dortmund-Wickede, Schwerte und Lünen.

Auch er mache die Umstellung von Plastik auf Papier- oder Stofftaschen mit. Nur die alten Vorräte der mit eigenem Logo bedruckten Plastiktüten wolle er aufbrauchen. „Danach sind nur noch Stoff- und Jutebeutel oder Papiertüten an der Kasse zu erwerben.“

Papiertüten - die beste Alternative?

Wo vorher noch sechs Rollen Plastiktüten in der Obst- und Gemüseabteilung hingen, gibt es bei Edeka Patzer jetzt nur noch zwei. Der Rest wurde durch Papiertüten ersetzt.

„Allerdings werden von manchen Kunden die Plastiktüten bevorzugt.“ Patzer merkt dazu an, dass die Papiertüten mehr Aufwand an der Kasse bedeuten: „Jede Tüte muss geöffnet werden, um das Produkt zu erkennen und den entsprechenden Preis zu ermitteln.“

Außerdem seien die Papiertüten seiner Meinung nach auch nicht sonderlich ökologisch, der Energieverbrauch bei der Produktion sei unter anderem höher. „Ich persönlich bin der Meinung, dass man nicht nur beim kleinen Mann ansetzten sollte, um etwas zu verändern. Ein Ansatz wäre, den Müll nicht ins Ausland zu verschiffen“, sagt der Geschäftsführer.

Im Rewe Hübner hat der Kunde die Wahl

Dennis Koch, Mitarbeiter bei Rewe Hübner in der Cappenberger Straße 98, kennt das Thema ebenfalls. Seiner Erfahrung nach gibt es kaum noch Kunden, die Plastiktüten fordern. „In der Filiale sind solche Tüten nur noch in der Obst- und Gemüseabteilung zu finden.“

Allerdings entscheide sich der Kunde in den meisten Fällen für die Alternative aus Papier. „An der Kasse werden ohnehin nur Papier- oder wiederverwendbare Tüten angeboten“, so Koch.

Sabrina Schwarz-Inkmann von Rewe Hübner in der Kurt-Schumacher-Straße 1 sagt: „Die Papiertüten wurden von unseren Kunden nicht gut angenommen, die Frischenetze haben da mehr Anklang gefunden.“ Die Plastiktüten in der Obst- und Gemüseabteilung werde der Markt dennoch nicht endgültig entfernen, so die 34-Jährige.

Immer noch nutzen Kunden diese für kleine Einkäufe. „Wahrscheinlich liegt es auch an der Gewohnheit, dass Plastiktüten noch genutzt werden. Der erste Griff geht zum Tütenhalter“, vermutet sie. An der Kasse finde der Kunde allerdings keine Einwegtragetaschen aus Plastik vor. Selten werde noch nach den alten Plastiktüten gefragt.

Aldi setzt auf Mehrwegtaschen

Auch Aldi-Nord äußert sich zum Thema Plastiktüten. Bereits 2017 habe das Unternehmen die Einwegtragetaschen abgeschafft, teilt die Presseabteilung mit. An der Kasse werde seitdem eine „Auswahl an ausschließlich umweltfreundlichen Mehrwegtragetaschen“ angeboten. Oft seien diese aus Recycling-Material und ebenfalls wieder recyclingfähig.

Auch die Plastiktüten im Obst- und Gemüsebereich sollen künftig aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und zusätzlich einen Cent kosten, erklärt das Unternehmen auf Anfrage: „Grundsätzlich begrüßt der Großteil der Kunden die Neuerungen.“

An Alternativen mangelt es nicht

Die Schwarz-Gruppe, zu der auch Kaufland gehört, erhalte durchweg positives Feedback ihrer Kunden, so die Pressestelle. „Neben den wiederverwendbaren Frischetaschen in der Obst- und Gemüseabteilung werden im Kassenbereich FSC-zertifizierte Papiertaschen und Einkaufsboxen aus Karton angeboten.“ Zudem seien eine Permanent-Tragetache und platzsparende Klappboxen ebenfalls zu erwerben.

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